<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764</id><updated>2011-10-31T01:48:31.004+01:00</updated><category term='pluralistische Religionsfreiheit'/><category term='Religionsunterricht'/><category term='Kreuz'/><category term='Ethikunterricht'/><category term='Minarettverbot'/><category term='Minarett'/><category term='Linke'/><category term='Fundamentalismus'/><category term='laizistische Religionsfreiheit'/><category term='Religionsfreiheit'/><category term='Atheismus'/><category term='Religion'/><category term='Laizismus'/><category term='Religionskritik'/><title type='text'>Reli@REG</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://relireg.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>47</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-2211895026747245254</id><published>2011-10-31T01:34:00.001+01:00</published><updated>2011-10-31T01:48:31.044+01:00</updated><title type='text'>Konformismus is viel cooler!</title><content type='html'>Immer dieses Anecken, wie unreife Pubertierende - damit ist man doch nicht gesellschaftsfähig. Also sage ich: werdet Konformisten (und -innen, aber das lassen wir eh demnächst wieder weg, weil das ist ja nichts, dieses ewige umständliche Herumgerede und Herumgetipse nur damit ein paar linke Emanzen zufrieden sind)!&lt;br /&gt;Wer Kultur und Gesellschaft mit gesundem Menschenverstand beobachtet, der wird es bald feststellen: Konformismus ist erstens profitabler, zweitens besser und drittens cooler!&lt;br /&gt;Daher ein besonderes Service auf meinem Blog: Anleitung zur Konversion zum Konformismus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;1. Ändere deine Konsumgewohnheiten!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Die Dinge des Alltagslebens sollst du mit Hausverstand kaufen und dabei keine Fragen stellen, wie: "Was tun bei Emulgatorenüberdosis?" - "Wer hat das viele Quecksilber für die Energiesparlampe beschafft?" - "Zahlt sich der Nach-Hause-Weg für die Mitarbeiterinnen überhaupt aus?"&lt;br /&gt;Ganz essentiell bei der Änderung der Konsumgewohnheiten ist eine genaue Marktbeobachtung: Wenn du dir die Leute anschaust, die auf Märkten, beim Ab-Hof-Verkauf und beim Bioladen einkaufen, dann wirst du ziemlich schnell erkennen, dass das nichts für dich ist. Und wenn du einmal schaust, wer heutzutage noch Fruchtsäfte und Mineralwasser kauft, wenn du diese ganzen Looser-Typen gesehen hast, dann schmeckt dir sogar das Red Bull wieder! Und außerdem ist es doch logisch: egal ob Cola oder Haselnussaufstrich - der vom Marktführer schmeckt einfach besser, sonst wär der ja nicht der Marktführer, ist doch klar! Und solltest du den Unterschied nicht schmecken, behalte das für dich, weil das ist total uncool und sowas von unsensibel und geschmacklos im wahrsten Sinne des Wortes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;2. Kauf dir einen coolen Computer!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Das ist gleich einmal das Nächste: du brauchst einen coolen Computer, egal ob du Graphikprogramme nutzt oder nicht, die Devise heißt: Äpfel raus aus dem Speiseplan und ab auf den Schreibtisch - und in die Hosentasche als Handy und in die Jackentasche als ... nein, nicht Walkman sagen, das klingt ja ur nach 80er, so wie die Leute, die Raider naschen und Afri Cola ... obwohl Afri Cola ist schon irgendwie wieder cool ... naja. Aso, wir waren beim Computer, also noch ein Tipp: wenn dir der zu teuer ist, dann verschick einfach alle Dokumente immer als pdf und kleb auf der Tastatur ein Äpfelchen über die Steuerungstaste, dann merkts vielleicht keiner.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;3. Geh laufen!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Laufen gehen ist ganz wichtig, zumindest in Österreich. Wie heißt das dann eigentlich in Deutschland, wo man schon zum Gehen Laufen sagt? Laufen die Deutschen laufen? Jedenfalls ist das ganz und gar out, nicht laufen zu gehen. Die Alternativen dazu gibt es eigentlich nicht: Radfahren bringt sichs überhaupt nicht, weil die Fahrräder werden ja von einem Elektromotor unterstützt, da kannst gleich daheim am Schreibtisch einfach nervös hin und her zappeln, hat den selben Effekt. Und nein, so ein Opa-Fahrrad ohne Elektroantrieb, sowas ist megamäßig ur-uncool! Also, wenn du so eines hast, wirf es weg oder versichere es und lass es dir von einer Ostblockbande stehlen und kauf dir ein E-Bike - und: geh laufen.&lt;br /&gt;Laufen ist auch vom gesundheitlichen Standpunkt ganz wichtig, außerdem kommt man an die frische Luft, man kann zum Beispiel irgendwo vorbeilaufen, wo ein Park ist, und man trifft nette Leute. Allerdings, wenn du nette Leute beim Laufen triffst, dann darfst du dich nicht mit denen unterhalten, weil das ist ja ur uncool ohne einen ipod laufen geht garnicht, und die anderen haben ja auch alle den ipod im Ohr stecken und die würden dich eh nicht hören, wenn du mit ihnen reden würdest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;4. Tolle Designelemente für die elektrische Zahnbürste&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Deine elektrische Zahnbürste, die du ohnehin alle drei Wochen gegen ein neueres Modell austauschen solltes, kannst du ... wie? was soll das heißen, du hast keine elektrische Zahnbürste? Wie krass ist das denn? Der Fortschritt kann doch nicht beim ... Energiesparen? Voll was für Looser! Ich mein, ich verwend meine ja auch nie, aber wenn man sich schon nicht die Zähne putzt, dann wenigstens elektrisch, mit einer normalen Zahnbürste kannst du doch garnicht Energiesparen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;5. Hör auf zum Rauchen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Darüber musst du dir im Klaren sein: Rauchen ist mit sicherheit das uncoolste wo gibt! Und wie das stinkt, da riecht man von den teuren Parfums garnichts mehr! Also eh schon immer Nichtraucher sein das ist - naja - eh ok, aber zum Rauchen aufhören ist cooler. Am coolsten ist es natürlich, immer zum Rauchen aufhören zu wollen und trotzdem weiter zu rauchen, das liegt ganz massiv im Trend. Frag mich nicht warum, is halt so. Jedenfalls sind die Raucher eh bald am Arsch, die werden brennen wie die Typen aus dem Geschichteunterricht, wo wir da hingefahren sind, weiß nicht mehr ... na egal. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;6. Mach Party!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Das ist ganz wichtig, du musst Party machen! Ohne dem gehts schon überhaupt einmal gar nicht. Also steck dir dein Theater-Abo sonst wo hin, Party muss her - und nicht so wie du alle zehn Monate oder so zum Geburtstag, sowas muss jeden Samstag sein - oder Freitag - oder Freitag und Samstag. Am Besten wo hingehen, wo recht laute Musik ist, Saufen billig und dann gehts schon. Ich versteh das sowieso nicht, wie man das aushalten kann: wenn man sich nicht wenigstens am Wochenende zudröhnt und Komasäuft, dann kriegt man doch alles mit - Politik, Medien, Wirtschaft ... das würd ich voll nicht packen ... naja, kein Wunder dass du so emomäßig drauf bist, wenn du nicht jede Woche Party machst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;7. Hab Sex!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Hey, muss ich doch nicht erklären, das gehört sich einfach - wozu wären denn sonst das Zeugs da? Sex haben gehört einfach dazu. Klar, du kannst auch eine Beziehung haben, heiraten is auch cool, so richtig groß und in der Kirche natürlich, alles cool. Aber Hauptsache ist, du hast Sex. Am Besten viel und schmutzig - oder wenigstens so tun als ob. Will da garnicht zu viel sagen, weil "die einen haben Sex, die anderen reden darüber" - weißt was ich mein? Aber prinzipiell ist das wurscht, mit wem du Sex hast, du darfst es halt nur bei denen zugeben, wo du das halt zugeben kannst. Solangs heimlich ist hat sowieso niemand was degegen. Treue? Treue is was für die, die keine abkriegen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;8. Coole Gruppen auf Facebook&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Ja, das musst du schon machen, regelmäßig tolle Seiten liken und irgendwelchen geilen Gruppen beitreten. Und vergiss nicht die &amp;lt;3 &amp;lt;3&lt;br /&gt;Aja, und wenn ma schon bei Facebook sind, liken is ganz wichtig! Und sorry, aber deine Freundesliste, 235 - das is ja asimäßig wie wennst dich grad erst registriert hättest! Da hat ja meine Oma mehr Freunde auf Facebook!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;9. Wahrheit is uncool!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Erstens glaubt dir die Wahrheit sowieso niemand, zweitens will die keiner hören und drittens sind die Leute dann angepisst, wenn du sowas sagst. Viel cooler is schleimen, jaja-sagen und dann kannst dir eh denken, was du willst. Nein, das hat nix mit Jugend-von-heute und so Mist zu tun, das ham die immer schon so gemacht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;10. Ausländer und so sind uncool!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Ich mein jetzt nicht die, die wir kennen, sondern die anderen! Du kannst nicht einfach alle Ausländer über einen Kamm scheren, die sind auch nicht alle gleich, vor allem nicht die Türken! Da gibts ein paar, die ganz ok sind, aber die anderen ...&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;11. Hör auf mit dem gscheiten Gerede!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Also das rafft ja voll niemand, wenn du immer so obergscheit daherredest - Fremdwörter sind voll emo, da kommst ur uncool rüber wennst dich drüber abhaust, nur weil eine auf ihrem employee-file bei Konfession "34" hingschrieben hat!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;12. Jung sein!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Jung sein ist ganz wichtig, wer alt ist, ist out - und wer alt ist und sich das auch noch anmerken lässt, der ist outer als out! Noch outer sind nur noch die Leute, die jung sind aber alt aussehen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-2211895026747245254?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2211895026747245254'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2211895026747245254'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2011/10/konformismus-is-viel-cooler.html' title='Konformismus is viel cooler!'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-1541183148051605229</id><published>2011-07-17T22:37:00.003+02:00</published><updated>2011-07-18T00:34:14.284+02:00</updated><title type='text'>Atheismus als Religion</title><content type='html'>Eine alte Binsenweisheit unter TheologInnen ist, dass man mit ein  wenig Diskussionsaufwand fast alle AtheistInnen auf AgnostikerInnen  runterverhandeln kann. Die meisten Menschen, die sich selbst als  AtheistIn bezeichnen würden, sind in keiner Weise religiös - warum sie  sich dann trotzdem einer Religion anschließen, ist ihnen oft selbst  nicht erklärlich, sobald sie es begriffen haben. Die, die es von Haus  aus begreifen, nenne ich jetzt einmal gleich pauschal AgnostikerInnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Was ist Agnostizismus?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Auf  dem Niveau durchschnittlichen Schulwissens, das man haben könnte, wenn  man nicht bei der Auswahl von Pflichtfach / Freifach gegen Freistunde  nach den Kriterien eines falsch verstandenen Hedonismus entschieden  hätte, könnte man den Agnostizismus so erklären: Menschen ist das Wissen  darüber, ob es irgendetwas Transzendentes (das heißt, unsere  Wirklichkeit entweder Übersteigendes oder außerhalb von ihr Liegendes)  tatsächlich gibt, verborgen. Sie können es nicht wissen, denn könnten  sie es, dann wäre besagtes Irgendetwas nicht mehr transzendent. Während  religiöse Menschen durch die eigene Erfahrung oder die Erfahrung  anderer, der sie vertrauend Glauben schenken, zur Überzeugung kommen,  dass es dieses Transzendente geben muss und dass dies wiederum  Auswirkungen auf ihr Leben hat, haben AgnostikerInnen diese Erfahrung  nicht und vertrauen auch nicht (oder nicht mehr) auf das Zeugnis  anderer. Es bleibt also bei der Erkenntnis, dass man darüber nichts wissen kann. Das gibt nun diesem Denkweg auch den Namen: &lt;i&gt;a&lt;/i&gt; griechisch für "nicht" und &lt;i&gt;gnoein&lt;/i&gt;  für "wissen". Die relativ logische (wenn auch postulatorische)  Schlussfolgerung daraus ist dann, dass etwas, worüber ich nicht wissen  kann, auch keinen Einfluss auf mein Leben und Handeln haben kann. Dieses  Postulat ist eine intellektuell redliche Denkbewegung, der man auch als  religiöser Mensch im Grunde genommen nichts entgegenzuhalten hat und -  was noch wichtiger ist - der man auch nichts entgegenhalten muss, denn  AgnostikerInnen, die ihre Haltung konsequent durchdacht haben, sind dann  auch religiösen Menschen gegenüber zu Toleranz befähigt und sofern sie  mit den Konsequenzen derer Religiosität übereinstimmen durchaus auch  positiv eingestellt. Das Nicht-Wissen schließt einfach die Möglichkeit  nicht aus, Religiösem mit Respekt zu begegnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Glauben und Wissen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Die Kenntnis von  Agnostizismus ist die erste Voraussetzung. Die zweite Voraussetzung  lässt sich relativ leicht verstehen, wenn man verstehen will: Es geht um  die Unterscheidung von Gläubigkeit und Fundamentalismus - Glauben und  Wissen. Oberrabiner Paul Chaim Eisenberg hat dazu im Rahmen eines  Beitrags zum 3sat-Thementag "Im Namen Gottes" (6.1.2007) eine sehr  kompakte Erklärung geliefert:&amp;nbsp;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&amp;nbsp;&lt;/b&gt;"In jeder Religion  gibt es Gläubige und Fundamentalisten. Der Gläubige glaubt an seine  Religion, der Fundamentalist weiß schon alles." (freihändig zitiert)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Atheismus als Glaube&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Dementsprechend besteht nun die  denkbare Möglichkeit, dass eine Person daran glaubt, dass es keine (wie  auch immer geartete) Gottheit im Sinne des Theismus gibt. Das wäre dann  im engsten und präzisesten Sinn als Atheismus zu bezeichnen. Daher  bezeichnet man übrigens auch den Buddhismus völlig korrekt als  atheistische Religion.&lt;br /&gt;Der philosophische Atheismus geht einen  Schritt weiter, indem jegliche Form von Transzendenz als Nichtexistenz  angesehen wird. Letztlich handelt es sich hier aber genauso um einen  Glauben, dessen Glaubensinhalt eben in darin besteht, dass es  Transzendenz an sich nicht gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Woran glauben AtheistInnen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Das alles beschreibt  aber nicht die Realität des heutigen Atheismus, wie ich sie wahrnehme -  und ich gehe dabei jetzt von persönlichen Diskussionen und meiner  Lektüre aus, daher kann ich eine gewisse Unschärfe nicht ausschließen,  auch wenn ich vermute, ziemlich nah am Kern der Sache zu sein.&lt;br /&gt;Das Hauptmerkmal der mir bekannten atheistischen Literatur spiegelt sich auch in den Diskussionen rund um dieses Thema wieder:&lt;br /&gt;AtheistInnen  haben ein sehr konkretes, oft sogar detailliertes Gottesbild. Die  Gottesvorstellungen etwa eines Richard Dawkins sind derart, dass man ihn  in einem christlichen Kontext wohl als verschrobenen Fundamentalisten  einstufen müsste. Gläubige ChristInnen können ehrlicherweise Dawkins nur  zustimmen, denn es ist letztlich auch ihre Glaubensüberzeugung, dass es  einen solchen Gott, wie er ihn beschreibt, tatsächlich nicht gibt. Der  induktive Fehlschluss Dawkins tritt dadurch noch deutlicher hervor: Daraus, dass es den Gott Dawkins nicht gibt (wobei ich ihm nur aus voller Überzeugung zustimmen kann), folgert er, dass es keinen Gott gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein zweites Merkmal: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;AtheistInnen lehnen oft lediglich eine bestimmte Religion ab.  Dabei handelt es sich meist um die historisch und/oder aktuell dominante  Mehrheitsreligion ihrer geographischen Heimat, sehr oft um die Religion  ihrer Eltern und Großeltern, häufig um eine der westlichen  Weltreligionen (da Atheismus ja ein westliches Sonderphänomen moderner  Industriestaaten ist - wenn nicht überhaupt ein westeuropäisches Phänomen), selten bis nie um fernöstliche Religionen. (Die  Berührungspunkte zum Laizismus zu erörtern, die sich daraus ergeben,  würde jetzt zu weit führen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Fundamentalistischer Atheismus&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Obwohl die  offiziellen Bücher von "militantem" oder "aggressivem" Atheismus  sprechen, um einen Unterschied zu machen zwischen den Philosophen Feuerbach,  Freud, Marx und Nietzsche einerseits und dem Sammelsurium aus  Biogenetikern, talentarmen Publizisten, Zeichnern, Wirtschaftsjuristen  etc. des "New Atheist Movement" andereseits, bevorzuge ich die  Bezeichnung Fundamentalismus, und es sind durchwegs atheistische  Dawkins-Kritiker, denen ich diese Benennung in dem Zusammenhang  verdanke.&lt;br /&gt;Der fundamentalistische Atheismus unterscheidet sich in  seiner Art nicht von den Fundamentalismen anderer Religionen: Strenger  Dogmatismus, minimale Sachkenntnis (fehlendes Hintergrundwissen wird  kurzerhand für irrelevant erklärt), missionarischer Verbreitungseifer,  Abstreiten des religiös-spekulativen Charakters der eigenen  Anschauungen, die als gesichertes Wissen und feststehende, erwiesene  Tatsachen erachtet werden. &lt;br /&gt;Nicht nur in persönlichen Diskussionen  gehen fundamentalistische AtheistInnen so weit, nur ihren Geschwistern  innerhalb der Religion, die sie ablehnen, überhaupt richtige  Religiosität zuzusprechen: Personen, deren Orthopraxie nicht dem von  ihnen abgelehnten Muster entspricht, werden nicht als vollwertige  Gläubige der anderen Religion anerkannt. Den Kriterien entsprechen  wiederum nur die FundamentalistInnen der anderen Religion. So ergibt  sich ein fundamentalistischer Schulterschluss zwischen den Religionen  (zu denen ich - inzwischen hoffentlich ausreichend erklärt - auch den  Atheismus zähle).&lt;br /&gt;Gerade im Zusammenhang mit dem Atheismus ist  das hochgradig absurd, weil sich die meisten AtheistInnen meines  Bekanntenkreises selbst als sehr liberal und freigeistig bezeichnen würden, zugleich  aber innerhalb der anderen Religionen gerade liberaler, wissenschaftlich  fundierter und reflektierter Glaubenspraxis die Gläubigkeit absprechen. So kommt es, dass  die Dawkins-Stellvertreter im deutschsprachigen Raum (Schmidt-Salomon,  Burkahrd Müller, Alm, Misik, etc.) sich als selbsternannte Führer und  Sprecher einer religiösen Weltanschauung betätigen, die humanistisches  Denken in die Lebenspraxis umsetzen zu wollen vorgibt, tatsächlich aber  zur Stärkung des Fundamentalismus innerhalb anderer Religionen beiträgt. (Unter anderem etwa indem  sie - das würde jetzt zu weit führen - reflexionsresistenten Ideologien  wie dem Laizismus das Wort reden). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Was macht nun Atheismus zu einer Religion?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Wenn das  so eindeutig wäre, dann würde ich diesen Eintrag hier garnicht  schreiben. Daher im Folgenden eine Auflistung der Gründe und Indizien,  die ich persönlich für ausreichend halte, um den Atheismus als Religion  zu bezeichnen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1) Der Glaube an das Nicht-Existieren einer theistischen  Gottheit bzw. von Transzendenz überhaupt ist für sich alleine genommen  weltanschauliches&lt;b&gt; &lt;/b&gt;Dafürhalten. Es ist Glauben im Sinne des  für-wahr-Haltens und nicht Glaube im religiösen Sinn. Das kann, muss  aber nicht teil eines religiösen Vollzugs sein. Gewinnt dieser Glaube  aber den Stellenwert einer missionarisch weiterzugebenden Überzeugung,  muss man ihn nolens volens als Bestandteil eines religiösen Systems  ansehen. (Das würde auch gelten, wenn ich eine private Leidenschaft etwa  für den exklusiven Verzehr veganer Speisen auf diese Art auslebe.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2) Die Bildung von Gemeinschaften ist in manchen Definitionen  konstitutives Element von Religion. Da ich bei allen übrigen Themen  diesen Definitionen zustimme, muss ich das wohl auch in diesem  Zusammenhang tun: Die verschiedenen Bünde und Vereinigungen des  Atheismus (zum Teil unter dem Namen des Humanismus laufend) erfüllen  dieses Kriterium längst, auch wenn oder gerade weil sie etwa in ihrer  Haltung zum atheistischen Fundamentalismus durchaus Unterschiede haben.  (Dawkins wird im englischsprachigen Raum von den meisten atheistischen  Vereinigungen wegen seines Fundamentalismus als schädlich angesehen,  während er im deutschsprachigen Raum annähernd Papst-Status genießt.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3) Die Schriften von Dawkins und Darwin (Marx liest kaum jemand,  Marx zitiert man nur) können als heilige Schriften angesehen werden,  Kritik daran ist kaum zulässig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4) Ähnlich der hochmittelalterlichen, katholischen Kirche gilt  auch im Atheismus für den präferrierten Erkenntnisweg  Ausschließlichkeit. Während man damals glaubte, in der Bibel alle  Erkenntnis schon vorliegen zu haben, gilt im Atheismus diese  Voraussetzung für "die Naturwissenschaft" - wer epistemologische Grenzen  der Naturwissenschaft anspricht (also etwa die Tatsache, dass es die  eine Naturwissenschaft nicht gibt, dass jegliche Naturwissenschaft nur  das Erkenntnispotential hat, das ihre Fragestellung, ihre ForscherInnen  und ihre Methoden zulassen, ...) wird als KetzerIn angesehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5) Verehrung von realen oder angenommenen Glaubensvorbildern:  Giordano Bruno, Galileo Galilei, Charles Darwin, teilweise auch in  vollkommenem Missverstehen Immanuel Kant und Karl Marx werden als  Heilige des Atheismus verehrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6) Starker Fundamentalismus kann als Zeichen einer jungen,  entstehenden Religion gedeutet werden (dazu habe ich mich schon einmal  in einem anderen Blogbeitrag geäussert).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7) eng damit im Zusammenhang: Aggressive missionarische Tätigkeit  und Bekämpfung anderer Religionen, insbesondere der als mögliche  Kooperationspartner nicht verfügbaren Mehrheitsreligionen. Dem  Wahrheitsanspruch der eigenen Religion widerstrebt sowohl die  Anerkennung anderer Religionen wie auch die kooperative Mitwirkung an  einem interreligiösen Dialog und an einem allgemeinen Grundkonsens.  (Dieser Gedanke ist Vater der in Ostdeutschland zum Teil bereits  umgesetzten und in Österreich geforderten Bestrebungen, unter dem  Deckmantel eines Ethikunterrichts den atheistischen Religionsunterricht  auch für Andersgläubige verpflichtend zu machen - darauf laufen  ausnahmslos alle für diesen Zugang vorgebrachten Argumente hinaus, das  kann man auch gerne nachprüfen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8) Die Dogmen des Atheismus, die letztlich sachliche Diskussionen schlichtweg overrulen, Argumente anderer durch ihre Glaubenautorität entwerten, stellen letztlich einen Anspruch auf die Definitionsmacht über die Wirklichkeit. Das definiert zwar nicht Religion, ist aber Kennzeichen von (nicht nur, aber auch) religiöser Ideologie. Resistenz gegen Ideologiekritik ist hier vorprogrammiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Fazit:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Im Endeffekt wird es nicht gelingen, ohne  Rückgriff auf dogmatische Aussagen, Atheismus als etwas anderes zu sehen  als Religion. Der Atheismus hat seine Gläubigen und seine FundamentalistInnen, seine heiligen Personen und Schriften, seine missionarischen Eiferer, seine religiösen Führer und Idole, seine Dogmen und seinen Wahrheitsanspruch.&lt;br /&gt;Nun wäre das ja aus der Sicht eines katholischen  Theologen - also aus meiner Sicht - nicht wirklich ein Problem. Die  Tatsache, dass es sich um eine&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;stark fundamentalismusanfällige,&amp;nbsp;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;reflexionsresistente&amp;nbsp;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;und dem kapitalistisch-individualistischen Menschenbild, das nur Arbeitskräfte und KonsumentInnen kennt, sehr gelegen kommende&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Religion handelt, macht diese Erkenntnis eigentlich erst bitter.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-1541183148051605229?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1541183148051605229'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1541183148051605229'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2011/07/atheismus-als-religion.html' title='Atheismus als Religion'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-1380117232545989289</id><published>2011-05-20T15:21:00.000+02:00</published><updated>2011-05-20T15:21:48.941+02:00</updated><title type='text'>1 Stück Weltuntergang, mit Alles und Scharf, und ein Ottakringer</title><content type='html'>Kurioserweise sind es immer die atheistischen Facebook-Freunde, die evangelikalen Spinnern und religiösen Fundamentalisten überhaupt Aufmerksamkeit schenken. Dazu hätte ich auch so meine Theorien, aber die sind nicht veröffentlichungstauglich.&lt;br /&gt;Man hat mich via FB-Startseite darauf aufmerksam gemacht, dass in etwa 26 Stunden der Weltuntergang beginnt, wenn es nach den Thesen eines evangelikalen, fundamentalistischen Radio- und Fernsehpredigers aus den USA geht.&lt;br /&gt;Als vernünftige Erklärung dafür kann ich nur die Beobachtung anbieten, dass im Fundamentalismus die Bibel alles ist, nur nicht Heilige Schrift - deshalb darf man sie für alles verwenden und muss ihr auch keinen Respekt entgegenbringen, wie er einer Heiligen Schrift gebühren würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber das führt vom Thema weg: Also, ich seh das völlig klar: Also es sieht so aus: Irgendwie lässt sich 277245624 in 5273556347837 umrechnen, wenn man es mit dem letzten, fehlenden Vers von Gen 44 multipliziert, der bei einer Verschwörung des Papstes gegen Leonardo da Vinci aus der Bibel gestrichen wurde.&lt;br /&gt;Wer das jetzt nachgerechnet hat, ist dem Weltuntergang schon 7 Minuten näher, diese Zahl sieben muss er nun in das US-Amerikanische Metrik-System umrechnen, wo dann ungefähr anderthalb mal 12 rauskommt. Nachdem dieses Ergebnis nicht richtig ist, sondern verkehrt, muss man die Ziffern natürlich umdrehen, weswegen der Weltuntergang an einem 21. stattfindet.&lt;br /&gt;Klar soweit?&lt;br /&gt;Wenn man nun den teuflischen Weltuntergang mit der Zahl 666 beachtet, davon zwei Mal diese Zahl subtrahiert, dann kommt man auf 624 und passionierte SMS-VerfasserInnen wissen sofort, dass damit Mai gemeint sein muss.&lt;br /&gt;Multipliziert man dann das Datum der Inbetriebnahme der Arche Noahs (die Bibel kann natürlich auch als Typenschein für ein Wasserfahrzeug dienen!) mit dem zahlenwert des US-amerikanischen Wortes für Heiligkeit auf einer klassischen Handy-Tastatur und teilt das Ergebnis durch die Zahl der bisherigen Weltuntergänge dann kommt man schon irgendwie auf das Jahr 2011.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Besonders interessant ist die Tatsache, dass diesmal ein genauer Ablauf des Weltunterganges mitgeliefert wird. Es wird ein Erdbeben sein und das beginnt lustigerweise an der (mehr oder weniger willkürlich von Menschen festgesetzten) Datumsgrenze - um 18 Uhr und pflanzt sich von Zeitzone zu Zeitzone fort. Wenn in einem Land Sommerzeit ist, dann beeilt sich das Erdbeben ein bisschen und wenn in einem anderen Land keine Sommerzeit ist, dann wartet es geduldig an der Grenze der Zeitzone.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich könnte man auch was sinnvolles mit den letzten 26 Stunden anfangen, aber ich fand das gerade lustig.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-1380117232545989289?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1380117232545989289'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1380117232545989289'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2011/05/1-stuck-weltuntergang-mit-alles-und.html' title='1 Stück Weltuntergang, mit Alles und Scharf, und ein Ottakringer'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-1953620296656453446</id><published>2011-04-25T18:48:00.001+02:00</published><updated>2011-04-25T18:53:56.416+02:00</updated><title type='text'>Menschen sind keine Privatsache</title><content type='html'>Die ermüdende ewige Widerkehr des Gleichen, wie sie der Religionskritiker Friedrich Nietzsche beklagt hatte, hat heute die Fraktion der AtheistInnen befallen: Wieder einmal wird mit Kreuzzügen und Hexenprozessen politische Argumentation vorgetäuscht. Das einzig Neue daran ist der offensichtliche Versuch, aus dem psychischen und physischen Leid von Missbrauchsopfern politisches Kleingeld zu schlagen. Das ist auch erlaubt, denn die Gebote der Gottes- und Nächstenliebe - die durch den Missbrauch genau von jenen verletzt wurden, von denen man eigentlich erwarten darf, dass sie nach immer besserer Erfüllung dieser Gebote trachten - gelten für AtheistInnen natürlich nicht.&lt;br /&gt;Trotzdem mutet es etwas seltsam an, dass beim Internetauftritt des aktuell laufenden Volksbegehrens unter der Rubrik "Kirchenprivilegien" sobald man den Mauszeiger daraufführt als erster Punkt "sexueller Missbrauch" aufgelistet ist. Da muss man schon einmal klarstellen, was den InitiatorInnen der Sache offensichtlich nicht geläufig ist:&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Sexueller Missbrauch ist kein Privileg - es ist ein Verbrechen!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Ich muss gestehen, ich weiß nicht, ob es in der Geschichte der Menschheit irgendwann ein politisches System gab, bei dem es ein Privileg des sexuellen Missbrauchs gegeben hat. Wahrscheinlich denke ich da aber auch schon wieder zu viel nach, vermutlich hat nur jemand aus irgendeiner Robin-Hood-Film-Parodie die Geschichte mit dem ius primae noctis noch im Gedächtnis gehabt.&lt;br /&gt;Viel Nachzudenken ist in der Auseinandersetzung mit dem Laizismus ohnehin nicht die richtige Herangehensweise. Bekannt ist, dass der Laizismus bei seinem Verständnis der Religionsfreiheit dem Modell der negativen Freiheit folgt. Die so definierte negative Religionsfreiheit lässt sich auf den Satz - oder besser: die Parole - bringen: Religion ist Privatsache!&lt;br /&gt;Das Judentum, eine der ältesten noch praktizierten Religionen, ist Sache des Volkes - keine Privatsache.&lt;br /&gt;Das Christentum ist zutiefst auf Gesellschaft und Gemeinde ausgelegt - keine Privatsache.&lt;br /&gt;Der Islam kennt diese Unterscheidung überhaupt nicht, im Gegenteil entwickeln gerade die dominanten Richtungen regelrechte Gottesstaaten mit eigenem religiösen Rechtssystem - keine Privatsache.&lt;br /&gt;Der Hinduismus ist ein geschlossenes Gesellschaftskonzept - keine Privatsache.&lt;br /&gt;Der Buddhismus, mag sein, dass man aufgrund der Tatsache, dass die ausgeprägte Individualeschatologie meist das einzige ist, das im Westen vom Buddhismus wahrgenommen wird, hier ein bisschen zweifelt - aber genau besehen ist auch Buddhismus keine Privatsache.&lt;br /&gt;Die römischen und griechischen Polytheismen, die allesamt brutal ausgerotteten Urreligionen der arabischen Halbinsel, die indigenen Religionen Lateinamerikas, alle zusammen sind/waren sie alles andere als Privatsache.&lt;br /&gt;Mag sein, dass die Aussage "Religion ist Privatsache" auf den Glauben einzelner Esoterik-Shop-KundInnen zutrifft, damit hat sichs aber auch schon wieder.&lt;br /&gt;Wer also definitorisch proklamiert "Religion ist Privatsache" greift damit in den Glauben der Religionen ein - und das kann man mir beim besten Willen nicht als Religionsfreiheit verkaufen.&lt;br /&gt;Religion gehört zu den Menschen und Menschen sind keine Privatsache, zumindest nicht in der Staatsform der Republik - der res publica.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-1953620296656453446?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1953620296656453446'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1953620296656453446'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2011/04/menschen-sind-keine-privatsache.html' title='Menschen sind keine Privatsache'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-3186385118721271273</id><published>2011-04-01T21:23:00.000+02:00</published><updated>2011-04-01T21:23:05.463+02:00</updated><title type='text'>Gerechtigkeitsempfinden?</title><content type='html'>Jetzt einmal ein Wort zu Gaudium et spes 16, der Gewissensbildung und dem Gerechtigkeitsempfinden - oder genauer gesagt, zum Unrechtsbewusstsein.&lt;br /&gt;Vorher ein Vorwort: Ich habe mich gerade mit Ekel vom Fernseher abgewandt, wo ein deutscher Billigkrimi lief, in dem die Tochter einer untreuen Ehefrau ihrem Brüder wüste Vorwürfe an den Kopf geworfen hat, weil er zusammen mit dem Vater beider zur Aufdeckung des außerehelichen Verhältnisses der Mutter beigetragen hat. Für die Schwester stand außer Zweifel, dass es die Handlungen ihres Bruders waren - und nur die -, die zur Familientragödie führten, die den Stoff für den Kriminalfall lieferte.&lt;br /&gt;Wundert mich das? Nein. Aber es ekelt mich trotzdem immer wieder an.&lt;br /&gt;Ich sollte es ja kennen, vor allem in meinem Beruf. Für viele SchülerInnen besteht auch nicht der geringste Zweifel daran, dass die LehrerInnen für schlechte Noten verantwortlich sind, weil schließlich sind sie es ja, die diese Noten unter die Schularbeiten schreiben. Ebenso steht außer Frage, dass es die LehrerInnen sind, die als VerfasserInnen von Klassenbucheintragungen die Verantwortung für diverse Sanktionen haben, die dann völlig ungerechtfertigterweise die armen SchülerInnen treffen.&lt;br /&gt;Aber man sollte in der Sache nicht zu sehr auf die SchülerInnen abzielen, sie könnten es ja theoretisch noch lernen - wenn man ihnen durch moderne Pädagogik nicht die Möglichkeit dazu genommen hätte und dem Unterrichtsfach, das sich als Relikt früherer Zeiten eventuell noch für solche Lernprozesse anbieten würde, durch ideologieverblendete, altkommunistische Schulpolitik jegliche Wertschätzung verweigern würde und durch ersatzlose Streichbarkeit jegliche Relevanz absprechen würde. Die vielen "wenn" und die ebensovielen Konjunctiva irreales zeigen schon, dass die SchülerInnen, die es trotzdem schaffen, höchste Bewunderung verdienen.&lt;br /&gt;Die Erwachsenen sind da um kein bisschen besser - zwar ist es heute noch teilweise eine Frage des Bildungsniveaus, aber aus Zeiten, wo ich mich noch mit dem intellektuellen Prekariat abgeben musste, ist mir noch ausführlich die Schilderung einer Anhaltung wegen Schnellfahrens in Erinnerung, bei der auch kein Zweifel aufkommen konnte, dass die Schuld für die verhängte Strafe exklusiv beim amtshandelnden Polizisten zu suchen sei.&lt;br /&gt;Wo kämen wir denn da hin, wenn sich jemand für seine Handlungen selbst verantwortlich fühlen müsste. Sowas machen doch nur Schwächlinge, Modernisierungsverlierer, altmodische Schrullis - wie unser Herr Erzbischof sagen würde - und jämmerliche Opfer - wie heutige SchülerInnen sagen würden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-3186385118721271273?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3186385118721271273'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3186385118721271273'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2011/04/gerechtigkeitsempfinden.html' title='Gerechtigkeitsempfinden?'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-4448982732708402677</id><published>2010-06-10T10:44:00.007+02:00</published><updated>2010-07-13T08:20:04.261+02:00</updated><title type='text'>Märchenprinz und andere Syndrome</title><content type='html'>&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Überkommene Idealvorstellungen jenseits jeglicher Plausibilität und der Privatfernseh-Mischmasch aus Sozialpornos, Soaps und US-Serien fügen sich zu einem Gesamtbild zusammen, das die aktuellen Geschlechterrollenkonstruktionen für die nächsten Generationen weiterschreibt und die Beziehungsfähigkeit der Menschen nachhaltig beeinträchtigt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Märchenprinzen, weiße Pferde und Kutschen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vereinfacht dargestellt lief die Mädchenerziehung in Sachen Beziehungen jahrhundertelang nach dem selben Schema ab: Spätestens ab dem vierten Lebensjahr hörten die Mädchen Geschichten von Märchenprinzen, die später dann etwas abgestuft zu "der Richtige" werden.&lt;br /&gt;Dieser "Richtige" würde sich dann unverzüglich als solcher zu erkennen geben, oder gar von den Eltern als solcher identifiziert werden. Und: er setzt idealtypische Vorstellungen in die Tat um, wird also Papas kleine Prinzessin zu seiner Königin machen.&lt;br /&gt;Je besser es der Erziehung gelang, diese Vorstellung nachhaltig den Töchtern einzuprägen, umso leichter fiel es in der heißen Phase der Erziehung, selbige vor dem jugendlichen Überschwang der heranreifenden Männerwelt zu beschützen.&lt;br /&gt;Unangenehme Nebeneffekte wie die Tatsache, dass zwangsläufig die erste halbwegs ernsthafte Teeniebeziehung dann mit dem tief verankerten Bild vom Märchenprinz in Verbindung gebracht werden muss und das notwendige, unausweichliche Zerbrechen dieser Beziehung zu einem kaum überwindbaren psychologischen Schaden führen würde, wurden dabei billigend in Kauf genommen.&lt;br /&gt;So funktionierte es - und es funktionierte schlecht. Doch das schien jahrhundertelang kaum jemanden zu stören. Wenn dann nämlich Märchenprinz Nummer zwei oder drei ein weißes Pferd und eine Kutsche anmietete, väterlichen Segen erwarb, dann konnte man doch in das königliche Schloss einziehen, nicht wahr?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Verliebt in Anna und Berlin in guten wie in schlechten Zeiten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;Doch das ist alles Unsinn und Märchen aus der Vergangenheit! Wer glaubt denn heute noch so einen Mist?&lt;br /&gt;Zu viele Menschen tun das, leider. Zwar haben die gesellschaftlichen Umbrüche nach dem II. Weltkrieg vor allem in westlichen Gesellschaften geschickt die Verknotung von Märchenprinzen und Geschlechtsverkehr aufgelöst, was ja unbedingte Voraussetzung für die "freie Liebe" war, zu der alle, die nach 1955 geboren wurden, heillos zu spät kamen. Davon einmal abgesehen hat sich allerdings wenig verändert.&lt;br /&gt;Das Mitleben und Mitleiden mit literarischen Figuren ist dabei nicht die Neuigkeit - das schaffte man schon im griechischen Theater. Die Verwendung von darstellendem Spiel als Vehikel für moralische Botschaften über Lebenskonzepte, Vorstellungen davon, was richtig und falsch ist, vor allem aber für die Vorstellung vom geglückten Leben ist ebensowenig neu wie originell.&lt;br /&gt;Dass die gesellschaftlichen Bedingungen der Zeit in die Handlung eingearbeitet werden, ist auch nicht neu - mit der Darstellung einer stutenbissigen Karrierefrau hätte man halt in der Antike, sagen wir, das Genre verfehlt. Stellt sich die Frage: sind die Handlungen neu? die Handlungsverläufe, die Gestaltungsprinzipien? Nein, nichts ist neu. Wie schon immer, kommt der normale, durschnittliche und vor allem vernünftige Mensch nicht vor - und der "Hausverstand" ist ins Werbefernsehen abgewandert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oberschichtenromantik (nicht nur wegen der Fallhöhe) wird im Unterschichtenfernsehen dem bildungs- und moralfernen Publikum vorgeführt und mit moralischen Botschaften von Menschen, die selbst keine Haltung, kein Ethos besitzen, gewürzt. Unter der Oberfläche findet unbemerkt von Autoren, Aktueren und Publikum die postbutlersche Rekonstruktion von Geschlechterrollen aus dem viktorianischen Zeitalter statt. Verschleiert wird das durch die Einbeziehung moderner Grundtypen: Karrierefrauen kommen ebenso selbstverständlich vor wie homosexuelle Männer (Lesben sind da eher nicht gefragt, Ausnahmen aus den Frühneunzigern bestätigen die Regel) - und natürlich AlleinerzieherInnen, Patch-work-Konstellationen aller Art.&lt;br /&gt;Überspitzt könnte man fast sagen: hat man einen Schwulen im Programm, fällt keinem mehr auf, wenn man mit dem selben Programm extrem konservative Wertvorstellungen vermittelt und propagiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Sex and the Hospital&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Serienhits von Heute kommen ohne Sex und Ärzte nicht aus. Was in den 90ern die Anwälte waren, sind jetzt die Ärzte. Die Botschaften sind die selben: Hab einen coolen Beruf, dann hast du viel Sex. Viel und guten Sex zu haben ist Ziel, Zweck und vielleicht sogar überhaupt Rechtfertigungsgrund für das Dasein. Sexualität erhält den Wert eines niederen Grundbedürfnisses, dessen Befriedigung allen zusteht. Am Ausmaß dieser Befriedigung wird persönlicher Erfolg gemessen, nicht nur das, auch soziale Kompetenz. Die wirklich angsehenen Rollen in diesen Serien haben die Akteure, die mit den Worten "Ich brauch jetzt Sex!" sich den oder die Nächstbeste schnappen und mit ihr in einem Medikamentenlager verschwinden.&lt;br /&gt;Auf der anderen Seite ist es natürlich höchst bedeutsam, wer, mit wem, wann, warum und sogar wo sexuelle Begegnungen hat. Das liefert Gesprächsstoff und hält die meist schwache Dramaturgie am Laufen, die sonst wahrscheinlich pro Folge eine unüberschaubare Menge von höchstdramatischen Einzelschicksalen benötigen würde, um irgendwie Spannung aufzubauen.&lt;br /&gt;Am Rande sei natürlich auch erwähnt, dass diesen Serien-Sex, der natürlich nur in der Form der Mauerschau vorkommt, meist die Akteure haben, die jung, schlank und nach den aktuell von der Medienwelt propagierten Vorstellung gutaussehend sind. Ausnahmen dienen lediglich zur Erzielung eines kurzen Lacheffekts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Reality: Sozialpornos&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was die Ärzte können, können die Unterschichten in den Plattenbauten schon längst! Ob bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Teenager werden Mütter&lt;/span&gt; oder sonst wo, man weidet sich an den sozialen, sprachlichen und intellektuellen Defiziten der bildungsfernen Schichten. Doch nicht genug, die finden das auch selbst noch höchstinteressant und begeistern sich für die Sendungen - möglicherweise, weil sie Menschen sehen, die irgendwie sind wie sie, aber halt noch ein bisschen schlechter.&lt;br /&gt;Längst ist offenbar geworden, dass hinter diesen Sendungsformaten die Ergötzung an der Unzulänglichkeit anderer steht, die vielen Menschen oft die einzige Möglichkeit ist, sich von der eigenen abzulenken. Nur logisch, dass immer mehr Sendungen darauf abzielen, diese Menschen "herzurichten" wie sie nach Vorstellung der RedakteurInnen gehören.&lt;br /&gt;Die Frage, was diese Menschen mit den schillernden Persönlichkeiten aus den Ärzteserien zu tun haben, lässt sich auf den zweiten Blick relativ leicht beantworten: sie sind das Gegenbild, der Kontrapunkt, das abschreckende Beispiel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Der neue Mensch?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wertevermittlung durch die Medien scheint auf Hochtouren zu laufen und sie funktioniert sowohl direkt wie auch sublim durch das Festsetzen von Idealvorstellungen. Zusammengefasst und ein bisserl weniger zynisch als hier im Blog findet man dieses Ergebnis in einem Essay von Clemens Berger: &lt;a href="http://derstandard.at/1250690985836/Privatfernsehen---Ein-Essay-Suche-nach-neuen-Menschen"&gt;Suche nach neuen Menschen&lt;/a&gt;.  Wenn auch sperrig, durchaus lesenswert!&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Jetzt, so könnte man meinen, würde sich herausstellen, dass der zentrale Wert, der hier vor allem bei den Unterschichten ankommen müsste, doch eigentlich die Bildung wäre, die den deutlichen Unterschied zwischen den DoktorInnen bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Greys Anatomy&lt;/span&gt; und den Müttern und Großeltern bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Teenager werden Mütter&lt;/span&gt; ausmacht.&lt;br /&gt;Doch: falsch gedacht. Der Wert der Bildung ist der breiten Masse immer noch gänzlich unbekannt, die Message, die ankommt, ich auch nicht Liebe, Menschlichkeit und Verständnis - sieht man von den leicht durchschaubaren Nischenprodukten aus evangelikalem Umfeld einmal ab. Was ankommt ist: Sex. Und zwar: guter Sex.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Guter Sex&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Relativ deutlich zeichnet sich aus allen Medienprodukten ab, was "guter Sex" ist. Das mag vielleicht daran liegen, dass sich die unterschiedlichsten DrehbauchfabrikantInnen zwar nicht darauf einigen können, was gute Bildung ist, was ein gelungenes Leben ist, ... aber: darüber, was guter Sex ist, darüber sind sich fast alle Serien einig:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ol&gt;&lt;li&gt;Von gutem Sex wird man nicht schwanger, es sei denn, man wünscht sich ein Kind.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Guten Sex hat man dann, wenn man ihn will, und sonst nicht.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Guter Sex hat man mit attraktiven, erfolgreichen Menschen. Daraus folgt logischerweise:&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Guten Sex haben nur attraktive und erfolgreiche Menschen.&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;Die Liste ließe sich wahrscheinlich noch fortsetzen, aber für den Punkt, auf den ich jetzt hinaus will, reicht es schon mal: Sexualität wird zum Vehikel der Selbstbestätigung. Sie ist nicht mehr der Trieb, den die einen in ihr sehen, und sie ist nicht mehr der Ausdruck tief empfundener, personaler Beziehung, wie sie aus christlicher Sicht zu sehen wäre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gravierender als all das zusammen ist eigentlich nur mehr die Tatsache, dass dieses Wertediktat auch an hochgebildeten, differenziert denkenden und sensiblen Menschen durchaus Wirkung zeigt - verherende, manchmal.&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-4448982732708402677?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/4448982732708402677'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/4448982732708402677'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2010/06/marchenprinz-und-andere-syndrome.html' title='Märchenprinz und andere Syndrome'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-2433389602594938529</id><published>2010-05-06T16:41:00.002+02:00</published><updated>2010-05-06T16:55:42.922+02:00</updated><title type='text'>Ich zitier mich am liebsten selbst ...</title><content type='html'>weil da weiß ich wenigstens, wie es gemeint ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Flohhalsband versus Schrottflinte&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;In der Hochblüte der Berichterstattung über Missbrauchsfälle in verschiedenen Einrichtungen (von Der Standard und ORF gezielt auf die Fälle in kirchlichen Einrichtungen konzentriert) haben sich viele gefragt, ob man nicht aufgrund solcher Berichte aus der Kirche austreten sollte. Die ÖH an der Universität Salzburg meinte ja neulich, ihre Mitglieder mit solchen Empfehlungen beglücken zu müssen. Nun, wer als einziges Werkzeug einen Hammer hat, wird in jedem Problem einen Nagel erkennen - soviel ist klar, doch das ist es noch nicht. Irgendwie erinnerte mich dieser Kurzschluss an etwas anderes:&lt;br /&gt;&lt;object height="385" width="480"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Mr6za7HbP5Q&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1&amp;amp;rel=0"&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/Mr6za7HbP5Q&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1&amp;amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" height="385" width="480"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;Das brachte mich dann zu einer Aussage, die mir ziemlich skeptische Blicke eintrug:&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich ein Flohproblem habe,&lt;br /&gt;hole ich doch auch nicht die Schrottflinte aus dem Schrank&lt;br /&gt;und erschieß den Hund!&lt;br /&gt;Die Flöhe würdens nicht einmal merken!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-2433389602594938529?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2433389602594938529'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2433389602594938529'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2010/05/ich-zitier-mich-am-liebsten-selbst.html' title='Ich zitier mich am liebsten selbst ...'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-840377286146549204</id><published>2010-03-11T17:52:00.002+01:00</published><updated>2010-03-11T18:54:17.848+01:00</updated><title type='text'>Die perfekte Welle?</title><content type='html'>&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Sexueller Missbrauch und Gewalt in kirchlichen Einrichtungen in Deutschland und Österreich beschäftigt derzeit die Medien. Eine Stimmung macht sich breit, in der Vieles infrage gestellt wird. Zeit, das Problem und die Reaktionen einmal aus einer gewissen Distanz zu beleuchten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleich vorweg: Es steht außer Streit, dass jeder einzelne Fall einer zu viel ist und nicht hätte passieren dürfen. Es steht auch außer Streit, dass die Aufmerksamkeit und Sorge dem Wohl der Opfer gelten muss - unabhängig davon, ob die Ereignisse Tage oder Jahrzehnte zurück liegen. Es steht auch außer Streit, dass der Umgang mit diesen Fällen und die Konsequenzen für die Täter eine deutliche Sprache sprechen muss, was vor allem bedeutet, dass bei aller vielleicht gebotenen Barmherzigkeit sicher zu stellen ist, dass diesen nicht neuerlich Aufgaben übertragen werden, die weitere Taten ermöglichen oder auch nur eine Versuchung dazu darstellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Worum geht es?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die große Schwierigkeit bei diesem Thema besteht darin, dass man eigentlich nicht weiß, wovon die Rede ist. Die Schlagwörter Missbrauch und Gewalt sind zu pauschal und vieldeutig. Für eine allgemeine Befassung mit diesem Thema reicht es aber, festzustellen, dass alles, was auch nur annähernd unter diesen Begriffen subsummiert werden kann, in kirchlichen Einrichtungen nicht vorzukommen hat.&lt;br /&gt;Es geht hier vielmehr um eine andere Frage: Wie soll Öffentlichkeit und Gesellschaft mit dem, was hier zutage tritt, umgehen? Wobei zu hoffen ist, dass Justiz und kirchliche Gerichtsbarkeit ohnehin wissen, was sie zu tun haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Austrittswelle in Sicht&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;Zu erwarten ist eine neuerliche Austrittswelle, die wahrscheinlich dieser Tage bereits losrollt. Logische Kurzschlüsse wie "ich zahle nicht für Kinderschänder" sind bereits im Internet verbreitet und stoßen erwartungsgemäß auf hohe Zustimmung, wie das bei einfachen Antworten ja immer der Fall ist.&lt;br /&gt;Ist das der richtige Weg? Ganz im Gegenteil. Erstens schon einmal deshalb nicht, weil die dadurch dann fehlenden Kirchenbeiträge nicht denen fehlen, die man damit treffen will, sondern im Gegenteil völlig unbeteiligte - die Hauptamtlichen und Freiwilligen in den Pfarren, die Arbeit der Caritas in der Flüchtlingsbetreuung, Obdachlosenbetreuung und Altenpflege, die Arbeit der Hospizbewegung und die Arbeit anderer kirchlicher Einrichtungen. Weder Flüchtlinge, noch Obdachlose, auch nicht in Not geratene schwangere Frauen tragen irgendwelche Schuld an den Vorfällen - die Strafe jedoch gilt ihnen. Die Arbeit der hauptamtlichen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in den Pfarren hat mit den Vorfällen nichts zu tun - sie sollen aber draufzahlen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Wem der Kirchenaustritt vollkommen egal ist&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;Die Kirchenaustritte sind schlecht für die Statistik, das stimmt. Insofern könnten sie dem Papst oder dem ein oder anderen Kurienkardinal ein kurzes Stirnrunzeln bereiten.&lt;br /&gt;Ansonsten kann es denen vollkommen egal sein, weil die Gelder aus dem Kirchenbeitrag sieht der Vatikan ohnehin nicht, also fehlt ihnen auch nichts, wenn diese Gelder weniger werden.&lt;br /&gt;Die Klöster - auffällig viele der Missbrauchsfälle haben sich im Umfeld von Ordenseinrichtungen ereignet - sind wirtschaftlich autark, das heißt, sie erwirtschaften das Geld, das sie brauchen, selbst: entweder durch Bewirtschaftung von Ländereien, durch die Arbeit ihrer Ordensmitglieder oder durch Spenden. Auch die Klöster bekommen von den Geldern aus dem Kirchenbeitrag nichts - auch ihnen wird nichts fehlen, wenn diese Gelder weniger werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Wem der Kirchenaustritt nützt&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;Wer hat dann eigentlich etwas davon, dass es nach solchen Enthüllungen zu den obligaten Austrittswellen kommt?&lt;br /&gt;Zuerst einmal die grundsätzlich kirchenfeindlich eingestellten Kreise, allen voran der fundamentalistische Atheismus - ihnen spielen solche Ereignisse in die Hände und sie sind sich auch nicht zu schade, aus dem Leid der Opfer politisches Kleingeld zu schlagen.&lt;br /&gt;Dann aber - und das sollte zu denken geben - profitieren hauptsächlich die Täter von der Austrittswelle. Diese Aussage bedarf einer genaueren Erklärung:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuerst muss man wissen: die römisch-katholische Kirche in Österreich ist der Arbeitgeber von 60.000 Menschen. Zu diesen zählen insbesondere hauptamtliche Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten, die in den Pfarren die seelsorgliche Arbeit des Pfarrers mittragen und unterstützen.&lt;br /&gt;Schon lange hat sich in vielen Pfarren die Praxis eingelebt, dass diese Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Ministrantinnen und Ministranten und vieles mehr zuständig sind. Viele Pfarrer halten sich aus diesen Bereichen aus verschiedenen Gründen weitgehend heraus.&lt;br /&gt;Wenn nun die Beiträge weniger werden, wird es diese Angestellten zuerst treffen. Nun mag zwar jenen Menschen, die auf den Impuls solcher Missbrauchsfälle hin aus der Kirche austreten, die Tatsache relativ egal sein, dass deren Arbeit dann nicht mehr getan wird, was ihnen aber nicht egal sein sollte: die Priester, die das oft aus gutem Grund nicht wollen, werden sie wieder tun müssen, und - selbst wenn nicht - fehlt eine auf Vollzeitbasis anwesende Person im Pfarrbetrieb. Welche Rolle das spielen würde, das ist wahrscheinlich in jeder Pfarre unterschiedlich - jedenfalls ist es allerdings sehr häufig, dass die pastoralen Angestellten in der Pfarre die Rolle eines gesunden Korrektivs übernehmen. Es ist also zumindest vorstellbar, dass ihr Fehlen in der Pfarre neuerlich jenes ungebremste hierarchische Gefälle erzeugt, das früher zwischen Pfarrer und den Gemeindemitgliedern - vor allem den jüngsten darunter - stand. Mit "früher" meine ich im übrigen genau jene Zeit vor dem Konzil, in der sich ein Großteil der Missbrauchsfälle ereignet hat, von denen in den Medien dieser Tage die Rede ist. Ob das im Sinne der Kichenaustreterinnen und Kirchenaustreter wäre?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Warum nicht: "Jetzt erst recht!"?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Teil der innerkirchlichen Probleme verdankt sich dem Umstand, dass kirchenkritische Gläubige zu leichtfertig der (Amts-)Kirche den Rücken zukehren, anstatt aktiv aufzutreten und sich als Kirche gehör zu verschaffen. Kirchenpolitisch sind diese Austrittswellen wahrscheinlich sogar ein wesentlicher Faktor für das konservative Bewahren eines Ist-Zustandes, auch wenn dieser schon längst nicht mehr tragbar und erträglich ist.&lt;br /&gt;Es ist bequemer, auszutreten und zu schimpfen, als aufzustehen und etwas zu tun.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-840377286146549204?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/840377286146549204'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/840377286146549204'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2010/03/die-perfekte-welle.html' title='Die perfekte Welle?'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-3089632483047566377</id><published>2010-01-17T12:00:00.004+01:00</published><updated>2010-01-17T15:00:39.749+01:00</updated><title type='text'>Als Hedonismus getarnter Fatalismus</title><content type='html'>Fatalismus ist in unserer Leistungsgesellschaft etwas Unerwünschtes - Leute, die aussprechen, welche Maßnahmen im persönlichen wie im öffentlichen Leben eigentlich vollkommen wirkungslos sind, bremsen die Wirtschaft und werden als Pessimisten und Fatalisten in öffentlichen Diskursen an den Rand gedrängt. Eine andere Art von Fatalismus scheint sich allerdings höchster Beliebtheit zu erfreuen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;"Bereue nichts, wenn du in diesem Augenblick glücklich warst"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Nur einen kurzen Moment nachgedacht entpuppt sich die Aussage als ein Aufruf dazu, sein Leben zu versauen und es wegzuwerfen zugunsten von Augenblicken, in denen man glücklich ist. Ebenso könnte man einer suizidgefährdeten Person am Dach des Wolkenkratzers sagen, sie soll doch den freien Fall genießen, dieses unbeschreibliche Gefühl von Freiheit, dann wäre es schon in Ordnung, sich feig aus dem Leben zu stehlen. Ich spüre schon das Entsetzen, wenn diese Zeilen gelesen werden: "das kann man doch so nicht sagen" - "so ist das doch nicht gemeint" - "das kann man nicht vergleichen". Doch! Man kann, und ich bin der Meinung, man muss sogar.&lt;br /&gt;In der Absolutheit der Formulierung rechtfertigt dieser Spruch eigentlich alles - alles, was in einer negativen Sicht von Hedonismus Platz hat. Die Botschaft ist so klar und eindeutig, dass es eigentlich schaurig ist, wie oft sie nicht gesehen und nicht verstanden wird.&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Schalte dein Gewissen aus!&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Schau nicht auf dein Leben, schau auf den Augenblick!&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Denke nicht darüber nach, was du getan hast und vor allem&lt;/li&gt;&lt;li&gt;denke nicht darüber nach, was du tun wirst.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Anwälte und Therapeuten wollen schließlich auch von etwas leben, und wenn die Menschen keine Fehler mehr machen oder die Fehler, die sie gemacht haben, selbst bewältigen, dann würde das ziemlich knapp werden.&lt;br /&gt;Der ständige Blick aufs Große und Ganze scheint außerdem sowieso auf die Dauer eine Überforderung zu werden, denn wer gewohnt ist, dass jeder brutale Fernsehkrimi alle viertel Stunden einmal eine Werbepause mit möglichst viel schönen Dingen hat, dem entgehen manche Zusammenhänge ganz selbstverständlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;"Ich bin, wie ich bin - damit müsst ihr leben"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Da könnte man auf den ersten Blick meinen, dass es sich um eine flapsige, aber gut gemeinte Bestärkung des eigenen Selbstbewusstseins handelt. Und es ist schließlich nur eine Facebook-Gruppe mit gut 500 Mitgliedern. Die ideologische Schwesterngruppe "Ich bin so! Ich bleib so! Kommst du damit nicht klar dann verpiss dich!" zählt 12.000 Mitglieder. Der österreichische Popsänger Falco hat 1998 die dahinter stehende Geisteshaltung mit den Zeilen "Die ganze Welt dreht sich um mich, denn ich bin nur ein Egoist" beschrieben.&lt;br /&gt;Es handelt sich nämlich hier garnicht um eine Stärkung des Selbstbewusstseins sondern um eine Ätiologie asozialen Verhaltens.&lt;br /&gt;"Bleib, wie du bist - damit du wirst, wie du sein kannst" könnte man hier getrost als Gegenkonzept anführen: Sich selbst treu bleiben, seine Identität nicht aufgeben, und eben deshalb offen sein für Veränderung - genau das wird mit den zitierten Aussagen deutlich abgelehnt und durch ein Festbeißen in den status quo des eigenen Ichs ersetzt. Die modernen Ideale der ewigen Jugend sind ein Nährboden für diese Art von Erstarrung, Konservativismus und Traditionalismus. Das asoziale Verhalten ist die Frucht dieses Bodens und die aggressive Verteidigung des Selbstbewusstseins ist ein deutliches Zeichen dafür, dass dieses Selbstbewusstsein eigentlich fehlt - es wird ersetzt durch Äußerlichkeiten, die als Identitätsmerkmale herhalten müssen.&lt;br /&gt;Das erfüllt natürlich einen doppelten Zweck: Zum einem werden diese Äußerlichkeiten damit nutzbar gemacht, zum anderen werden sie entschuldigt, wodurch eine eventuell notwendige Änderung abgeblockt wird - als ein Angriff auf die eigene Identität.&lt;br /&gt;So begiebt man sich in eine Sackgasse der Persönlichkeitsentwicklung und während der Zahn der Zeit am Körper nagt, bleibt die Psyche dort gefangen und ist weit von der notwendigen Umkehr und Versöhnung entfernt, die aus der Sackgasse herausführen könnten. Dass es der Psyche dort dann ziemlich bald zu eng werden wird, darüber denkt man am Besten nicht nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Augenblicke gehören zum Ganzen, Veränderung gehört zum Leben&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Jeder Augenblick ist Teil des ganzen menschlichen Lebens und Identität lässt sich nur in der Veränderung erhalten. Das klingt bei weitem nicht so reisserisch und populär, dabei können auch die einschlägigen Berufsgruppen nicht die Kassen klingeln hören und jene Menschen, die den unerkannten Fatalismus anderer ausnützen wollen, stehen auf verlorenem Posten. Doch kommt das der Wirklichkeit um einiges näher als die flotten Sprüche, die so breite Zustimmung finden. Und Platz für Hedonismus - wirklichen Hedonsimus -  gibt es bei Weitem genug: Was ist größere Freude, als sich am ganzen Leben erfreuen zu können? Da kann jeder glückliche Augenblick einpacken. Was ist größere Freude, als in der Veränderung ganz selbst sein zu dürfen? Da ist stures Stillhalten doch mühsam dagegen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-3089632483047566377?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3089632483047566377'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3089632483047566377'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2010/01/als-hedonismus-getarnter-fatalismus.html' title='Als Hedonismus getarnter Fatalismus'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-427139440508714791</id><published>2010-01-05T13:02:00.003+01:00</published><updated>2010-01-06T14:33:04.627+01:00</updated><title type='text'>Terror</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;terror&lt;/span&gt;, oris, &lt;span style="font-weight: bold; font-style: italic;"&gt;m.&lt;/span&gt; (terreo) &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;1.&lt;/span&gt; Schrecken: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;externus&lt;/span&gt; vor auswärtigen Feinden (Livius); &lt;span style="font-weight: bold; font-style: italic;"&gt;occ.&lt;/span&gt; Scheu (Christliche Texte); &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;2.&lt;/span&gt; &lt;span style="font-weight: bold; font-style: italic;"&gt;meton.&lt;/span&gt; Schrecken, Schrecknis: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;imperii, caelestes maritimque&lt;/span&gt; am Himmel und im Meer (Livius); &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;3.&lt;/span&gt; Schreckensnachricht; &lt;span style="font-style: italic;"&gt;terror affertur&lt;/span&gt; (Livius, Cortius Rufus).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;terreo&lt;/span&gt; 2. ui, itus &lt;span style="font-weight: bold; font-style: italic;"&gt;trans.&lt;/span&gt;  &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;1. &lt;/span&gt;(er)schrecken, in Schrecken versetzen; &lt;span style="font-weight: bold; font-style: italic;"&gt;pass.&lt;/span&gt; erschrecken = erschreckt werden; &lt;span style="font-weight: bold; font-style: italic;"&gt;occ.&lt;/span&gt; &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;2.&lt;/span&gt; scheuchen, jagen: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;profugam per totum orbem&lt;/span&gt; (Ovid), &lt;span style="font-style: italic;"&gt;ferras &lt;/span&gt;(Vergil); &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;3.&lt;/span&gt; abschrecken; mit &lt;span style="font-style: italic;"&gt;ne, quominus&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So haben wir es gelernt - oder zumindest steht es so in unseren Schulwörterbüchern mit dem niedlichen Namen "Der kleine Stowasser".&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Terror&lt;/span&gt; heißt also in erster Linie einmal &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Schrecken&lt;/span&gt;, als Ereignis in einem Augeblick auch &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Erschrecken&lt;/span&gt;, in der dauerhaften Form (wie die Verwendung bei Livius zeigt) ist Schrecken soetwas wie &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Angst &lt;/span&gt;und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Furcht&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf diese Grundbedeutung des Wortes sollte man sich wieder einmal besinnen, denn aus gutem Grund wurde dieses Wort zuerst als Fremdwort, später als Lehnwort in unserer Sprache (wie auch in allen anderen, von denen ich ein bisschen Ahnung habe) für jene Gewaltakte etabliert, deren Urheber das Ziel verfolgen, Schrecken, Angst und Furcht zu erzeugen: entweder in der Bevölkerung, um die Politik damit unter Druck zu setzen, oder direkt bei einer beliebig großen Gruppe entscheidungsbefugter Personen.&lt;br /&gt;Nun drängt sich mir eine Frage auf (und gleichzeitig Erstaunen darüber, dass diese Frage noch nicht von einer breiten Öffentlichkeit in Europa und den USA diskutiert wird):&lt;br /&gt;Wenn der klügste Präsident der Geschichte der Vereinigten Staaten mit seinem Kampf gegen den Terror neben militärischen Aktionen dauerhafte Einschränkungen der persönlichen Freiheit verbindet, dann ist den meisten Menschen klar, dass er - sozusagen die Gunst der Stunde nutzend - massiv in die Bürgerrechte eingreift. Eine Frage, die ich bisher vermisse, ist allerdings, ob er damit nicht den Zielen des Terrorismus eigentlich eher zum Durchbruch verhilft, als den Terrorismus selbst zu bekämpfen. Da spricht einiges dafür:&lt;br /&gt;Ein Terrorist oder eine Terrorgruppe können mit gezieltem Handeln eine gewisse Anzahl von Personen töten, Gebäude oder Gegenstände zerstören, allenfalls auch Infrastruktur über eine mittlere Zeitspanne lahmlegen. Das ist alles schrecklich, das steht außerhalb jeder Diskussion, und jeder Tote ist einer zu viel, denn sie alle sind Menschen mit Plänen für die Zukunft, mit Angehörigen und Freunden, denen durch den Verlust furchtbares Leid widerfährt. (Und - ein unvermeidlicher Nebensatz - wer allen Ernstes glaubt, dass dies durch die Lehren irgendeiner Religion rechtfertigbar sei, ist einfach nur dumm und wahrscheinlich selbst Fanatiker).&lt;br /&gt;Das schaffen Terroristen, mehr ist ihnen nicht zuzutrauen. Den Rest der Arbeit erledigen in der Europäischen Union und in den Vereinigten Staaten die Politiker - die tragen Sorge dafür, dass sich Angst und Schrecken halten, dass sie zur Dauerinstitution werden.&lt;br /&gt;Wer heute an einem Flughafen in der EU oder in den USA ein Flugzeug besteigt, ist potentieller Terrorist und wird auch so behandelt - und er sitzt im Flugzeug mit hunderten anderen potentiellen Terroristen. Es werden Taschen durchleuchtet, alles was größer ist als eine Zahnpastatube gilt als Terrorgefahr, und demnächst - daran habe ich keinen Zweifel - werden uns die Bediensteten des Sicherheitspersonals vollständig durchleuchten.&lt;br /&gt;Damit ist doch eigentlich sichergestellt, dass Terror immer weitergeht, nie aufhört. Alleine hätten das die Terroristen nie geschafft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Welche Botschaft sendet die terrorbekämpfende Politik damit an die Terroristen? Sagt man denen damit nicht: Wir haben Angst! Ihr habt eure Ziele erreicht! Wenn ihr uns noch mehr Angst macht, werdet ihr noch erfolgreicher sein!&lt;br /&gt;Müsste nicht eigentlich die Botschaft von Politik an die Terrororganistationen lauten: Ihr habt keine Macht! Ihr könnt uns nicht in Angst und Schrecken versetzten! Wieviele Leute wollt ihr noch umbringen, bevor ihr einseht, dass ihr keine Chance habt? Wenn ihr berechtigte Anliegen habt, dann bringt sie vor! Schlagt Lösungen vor, redet! Menschen aus dem Leben zu reißen wird euch euren Zielen keinen Schritt näher bringen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie das gehen soll, das weiß ich auch nicht. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es vertretbar wäre, die Sicherheitskontrollen zurückzufahren. Aber es ist auch nicht vertretbar, sich von Terroristen vor sich her treiben zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Philosophen, Politiker und Theologen aller Weltreligionen sollten einen breiten Diskurs darüber anzetteln, wie man dem Terror begegnen kann, anstatt ihm zum Durchbruch zu verhelfen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-427139440508714791?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/427139440508714791'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/427139440508714791'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2010/01/terror.html' title='Terror'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-9090488755990200629</id><published>2009-11-30T21:43:00.006+01:00</published><updated>2009-12-13T23:16:22.160+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kreuz'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='laizistische Religionsfreiheit'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Minarettverbot'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Laizismus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Linke'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundamentalismus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Religionsfreiheit'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Religionskritik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Atheismus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Minarett'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='pluralistische Religionsfreiheit'/><title type='text'>Scheinheiligkeit auf Hochtouren</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Immer wieder habe ich mir erlaubt, die Scheinheiligkeit derer zu kritisieren, die sich heute "links" nennen. Der Kernpunkt war dabei immer, dass konsequentes Durchdenken der eigenen Positionen in der "Linken" schon längst durch reflexartiges Zuschnappen und verlässliches Einnehmen der Gegenposition des "Feindes" abgelöst worden ist. Die letzten Wochen haben das wieder einmal hervorragend vor Augen geführt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;Eben haben sie noch - inspiriert durch ein europäisches Gerichtsurteil - das Abmontieren der Kreuze in den Klassenzimmern gefordert und das mit den üblichen Standardargumenten zu untermauern versucht, jetzt liegt ihnen das sicherlich an politischer Dummheit kaum zu überbietende Schweizer Abstimmungsergebnis über ein Minarettverbot plötzlich schwer im Magen.&lt;br /&gt;Reihenweise haben sie die Facebook-Startseiten des gesamten Freundeskreises mit der Nachricht "&lt;span style="font-style: italic;"&gt;... ist der Gruppe Raus mit den Kreuzen aus den Klassenzimmern beigetreten.&lt;/span&gt;" gefüllt und genauso reihenweise tun sie jetzt ihr Entsetzen über das Schweizer Minarettverbot und die ohnehin obsolete Diskussion über die Möglichkeit, Ähnliches in Österreich einzuführen, lauthals und wortschwallig kund.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Islam-Bashing ist böse&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir können uns sicherlich schnell darauf einigen, dass das pauschale Losgehen auf den Islam nicht der politischen Kultur entspricht, die wir uns alle - ob links oder rechts - wünschen würden, aber die wir alle - ob links oder rechts - selbst offensichtlich nicht haben.&lt;br /&gt;Denn schon der zarte Versuch, diese Aussagen über den Islam ein wenig zu verallgemeinern und auch auf andere Religionen zu beziehen, scheitert an der einfachen Tatsache, dass sich unter diesen anderen Religionen neben schützenswerten Orchideen auch die Mehrheitsreligion Christentum befindet.&lt;br /&gt;Es ist schon klar, dass mit dem Christentum für die meisten dieser Menschen tiefgreifende, persönliche Verletzungsgeschichten verbunden sind und verschiedenste Erfahrungen mit der Kirche in ihrer jeweilig erlebten Form diese ablehnende Grundhaltung durchaus verständlich machen können.&lt;br /&gt;Diese Verletzungsgeschichten sitzen meistens noch so tief, dass die Diskussion gleich auf die historischen Greuel- und Schandtaten natürlich hauptsächlich der katholischen Kirche gelenkt wird. Niemand, der an einem ernsthaften Dialog interessiert ist, wird sich aber auf die Aufrechnerei von Kreuzzügen und Hexenverfolgung gegen Guillotine, Holocaust und Intifadas einlassen. Nichts von dem entspricht auch nur im geringsten der Glaubenslehre, auf die es zurückgeführt wird - wem das nicht in vollem Umfang klar ist, der sollte sich aus solchen Diskussionen schnellstens verabschieden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Trennung von Staat und Kirche&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der nächste Versuch einer Flucht nach vorne ist die Forderung nach einer Trennung von Staat und Kirche, oder - wie die wenigen Besonnenen unter den Dawkins-Jüngern formulieren - zwischen Staat und Religion. Dabei braucht man nicht einmal Böckenförde bemühen, um diese Forderung als eine kurzsichtige Hohlphrase aus ebensolchen Köpfen entlarven zu können. (Obwohl natürlich das Schildern des Scheiterns laizistisch verstandener Religionsfreiheit am Beispiel Frankreichs immer wieder ein Vergnügen ist).&lt;br /&gt;Seit Böckenförde ist schon einmal klar, dass der Staat mit dem Instrumentarium, das ihm in einer freiheitlichen Rechtsordnung zur Verfügung steht, nicht in der Lage ist, die Voraussetzungen für das gesellschaftliche Zusammenleben zu schaffen. Wo ein Staat dies versucht, beschneidet er die Freiheit, die er seinen BürgerInnen eigentlich garantieren sollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer zu diesen Freiheiten auch die Religionsfreiheit zählt, wird sich über kurz oder lang nur mithilfe von Alkohol und Gras der Erkenntnis widersetzen können, dass eine Gesellschaft, in der Religionsfreiheit herrscht, schließlich aus Individuen bestehen wird, die auf die eine oder andere Weise und in unterschiedlichem Ausmaß religiös sind. Gut, zumal es noch nicht gelungen ist, eine vollkommen religionsfreie Gesellschaft ausfindig zu machen, wird man das jetzt nicht unbedingt als Folge der Religionsfreiheit sehen müssen - denn die Folge der Religionsfreiheit ist eine andere: Sie verpflichtet dazu, diese Religiosität auch zuzulassen.&lt;br /&gt;Nun gehört der Aspekt der Gemeinschaft zu den Kernpunkten der meisten Religionen, folglich muss Religionsfreiheit auch die Bildung religiöser Gemeinschaften ermöglichen.&lt;br /&gt;Die aus religiösen Individuen und Gemeinschaften bestehende Gesellschaft braucht nun grundlegende Regeln, wie sie mit religiöser Vielfalt umgeht. Sinnvollerweise wird sie diese finden, indem sie die Religionen, die zahlenmäßig am stärksten vertreten sind, in die Festlegung dieser Regeln einbindet und selbst zugleich Anwalt der numerisch Schwächeren wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Religionsfreiheit, aber...&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für alle religiösen Menschen und Gemeinschaften ist die Toleranz gegenüber andersgläubigen eine Herausforderung, die Balance zwischen eigener Glaubensüberzeugung und Offenheit für Andere fällt vielen schwer. Je gefestigter und institutionell gereifter eine Religion ist, desto eher gelingt es ihr, den Spagat zwischen eigenem Absolutheitsanspruch (den ja jede Religion hat) und dem Respekt für die Wege der Anderen mit einer gewissen Gelassenheit hinzulegen. Ein Vergleich zwischen Judentum, Christentum, Islam und Atheismus kann diese Faustregel schnell bestätigen: Während das Judentum Mission ablehnt ist die christliche Toleranz kaum ein halbes Jahrhundert alt; die vollkommen akoranische Interpretation des Djihad als bewaffneter Kampf zur Durchsetzung der Sharia ist im Islam zwar seit ein, zwei Jahrzehnten nicht mehr Common sense aber immer noch verbreitete Auffassung und der Atheismus, die jüngste der genannten Religionen, lässt jegliche Form von Respekt und Toleranz anderen gegenüber vollkommen vermissen und stellt sich gar nicht einmal als Religion dar, sondern als unumstößlich bewiesene Wahrheit, deren Bestreiten nur als Mangel an Geisteskraft erklärt werden darf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Religionsfreiheit kann daher nur funktionieren, wenn die Gesellschaft - jetzt brauchen wir doch ein bisschen Böckenförde - die historisch gewachsenen und sich stetig veränderten religiösen Rahmenbedingungen zulässt, fördert und ihnen Raum gibt. Aufgabe des Staates ist es dabei, den Religionsgemeinschaften Gestaltungsmöglichkeiten einzuräumen und sie im öffentlichen Leben zu integrieren, ihre gesellschaftlichen und kulturellen Beiträge zu würdigen und allenfalls auch auf der Erfüllung ihrer Aufgaben zu beharren. Kein Land wird dabei seine eigene, religiöse Vorgeschichte ausblenden können und dürfen. Das Ungleichgewicht zwischen Traditions- bzw. Mehrheitsreligion (vor allem wenn eine Religion beides ist) auf der einen Seite und neuen und Minderheitsreligionen andererseits entsteht dabei zwangsläufig. Diese Spannung ist nicht nur auszuhalten, sondern sie ist sogar notwendig und man kann es durchaus als eine gewisse Erbsenzählermentalität werten, wenn das als Ungerechtigkeit empfunden wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Kreuze, Minarette ... who cares&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einem Diskussionsforum hat neulich ein User in Anlehnung an Bonhoeffer den Satz gepostet "&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Nur wer für &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;" class="searchword"&gt;Minarette&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; schreit, darf für das Kreuz in Schulklassen eintreten&lt;/span&gt;". Ein Ansatz, der schon einmal in die richtige Richtung geht (obschon er eine gewisse Schwierigkeit mit sich bringt, denn die Steine die kleinen, orthodoxen Ordensgemeinschaften in den Weg gelegt werden, wenn sie ihr altes Kloster in Anatolien renovieren und beziehen wollen, können einen da schon in Argumentationsnot bringen; doch auch hier ist Gegenrechnen nicht der Weg zum Ziel und zudem folgt die Türkei ja einem ähnlichen Staatsgrundmodell wie Frankreich, was wie schon angedeutet einiges erklärt - wenn auch nicht rechtfertigt). Dieser Satz, der ein Engagement für die Religionsfreiheit anstelle eines Engagements zugunsten einer bestimmten Religion fordert, der freilich überfordert die selbsternannte Linke, die sich mehr dem eigenen Beißreflex als ihren hehren Prinzipien verpflichtet sieht. Eine Gesellschaft, die religiöse Vielfalt nicht ertragen kann, ist nämlich auch nicht reif für eine positive Religionsfreiheit und die oft geforderte, negative Religionsfreiheit - ich nenne sie lieber laizistische Religionsfreiheit - ist de facto keine.&lt;br /&gt;Nicht nur, weil nahezu alle Religionen - vor allem das Christentum - die eigene, gesellschaftsprägende und gesellschaftstragende Funktion als unverzichtbaren Teil der Glaubenspraxis sehen, sondern auch weil jeder Staat und jede Gesellschaft letztlich genau darauf angewiesen ist, kann Religionsfreiheit nur in einem pluralistischen Sinn überhaupt verstanden werden. Jede andere Position ist letztlich inkonsequent und scheinheilig.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-9090488755990200629?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/9090488755990200629'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/9090488755990200629'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/11/scheinheiligkeit-auf-hochtouren.html' title='Scheinheiligkeit auf Hochtouren'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-3397280047612572232</id><published>2009-11-27T00:51:00.002+01:00</published><updated>2009-11-27T00:51:00.399+01:00</updated><title type='text'>Relireg wird one!</title><content type='html'>Ohne Untermalung durch die britische Popband Noah and the Whale und völlig ohne kommerzielle Hintergedanken möchte ich an dieser Stelle die Tatsache erwähnen, dass dieser Blog heute seinen ersten Geburtstag feiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zeit für einen kleinen Rückblick&lt;br /&gt;Anfangs war nicht klar, was daraus werden sollte, nicht einmal, wie sehr ich als Autor von hier aus identifizierbar sein möchte, war irgendwie entschieden.&lt;br /&gt;Inzwischen hat es sich längst schon so entwickelt, dass auch LeserInnen mit nur geringer detektivischer Begabung herausfinden können, welcher Name hinter dem Blog steht. Spätestens seit dem zweiten Blogeintrag, der in einem auflageschwachen Printmedium veröffentlicht wurde, ist das kein anonymer Blog mehr.&lt;br /&gt;Die vor einem Jahr aufgeflackerte - und dann schnell wieder eingeschlafene - Diskussion um Kirche und Sexualmoral war ebenso Thema wie die Frage der Kinderfreundlichkeit unserer Gesellschaft. Sehr persönliche Gedanken über die virtuelle Realität und über die Rolle traditioneller Feste in unserer Gesellschaft haben dem Blog schon Ende 2008 den ersten Abonnenten beschert - bis heute habe ich keine Ahnung, wer das ist ... vielleicht der Spitzel aus dem Schulamt?&lt;br /&gt;Im Jänner prägte eines meiner Lieblingsaufregerthemen die Diskussionen: Atheismus - oder das, was sich dafür hält. Die Diskussionen um LehrerInnenarbeitszeit schlugen sich ebenso im Blog nieder wie persönliche Erfahrungen und Erlebnisse - die offenbar weitere LeserInnen anlockten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines hat sich nicht verändert, seit November 2008: Was nun weiter mit diesem Blog werden soll, das weiß ich immer noch nicht. Das wird sich im Laufe des zweiten Jahres zeigen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-3397280047612572232?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3397280047612572232'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3397280047612572232'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/11/relireg-wird-one.html' title='Relireg wird one!'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-6765836681459928426</id><published>2009-11-11T16:07:00.002+01:00</published><updated>2009-11-11T16:11:05.810+01:00</updated><title type='text'>10 Jahre danach - 10 años después II</title><content type='html'>Jetzt hab ich schon vorige Woche vom 5. November 1999 erzählt, jetzt kann ich mir den 12. November 1999 natürlich nicht ersparen:&lt;br /&gt;Für diesen Tag verzeichnet mein ewiger Revolutionskalender:&lt;br /&gt;"1999 - Renuncia Francisco Barnés a la rectoría de la UNAM."&lt;br /&gt;Wäre doch eine Herausforderung für die Protestbewegung, oder?&lt;br /&gt;Muss ja nicht Winckler sein, der Rektor der Kunst-Uni würd fürs erste auch reichen!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-6765836681459928426?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/6765836681459928426'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/6765836681459928426'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/11/10-jahre-danach-10-anos-despues-ii.html' title='10 Jahre danach - 10 años después II'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-8697198209435715723</id><published>2009-11-05T07:20:00.003+01:00</published><updated>2009-11-05T07:29:48.765+01:00</updated><title type='text'>10 Jahre danach - 10 años después</title><content type='html'>Ich erinnere mich noch gut an den 5. November 1999 - ich studierte damals an der bestreikten Universidad Nacional Autónoma de México: die Straßen von Mexico-City, insbesondere der Periférico (das kann man sich so vorstellen wie Gürtel, Tangente, und S1 zusammen und das Ganze dann mal vier) waren gesperrt, weil die streikenden Studierenden der UNAM zum zweiten Mal zu einem Demonstrationszug aufgerufen hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von einem konkreten Anlass ausgehend haben die Studierenden im Frühjahr 1999 die Universität bestreikt, um über den konkreten Anlass hinaus gegen eine Verwirtschaftlichung und Vermarktung von Bildung zu protestieren, mit der unweigerlich eine Privatisierung und letztlich ein Vorbehalten der Bildung für jene, die es sich leisten können, einhergegangen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Geschwindigkeit, mit der politische Entwicklungen von Amerika nach Europa kommen steigt seit den 90er-Jahren beständig - die Geschwindigkeit, mit der sie hier bei der Bevölkerung ankommen ist allerdings unverändert langsam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 5. November 2009 machen die österreichischen Studierenden etwas Ähnliches. Die Gesetze, die Grundlage für all das sind, wogegen protestiert wird, sind fünf bis sieben Jahre alt - die politischen Diskussionen, die zu diesen Gesetzen geführt haben, sind acht bis zwölf Jahre her (bereits BM Einem hat den Einstieg in den Bologna-Prozess eingeläutet). Schade, dass das nicht vor 10 Jahren passiert ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-8697198209435715723?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/8697198209435715723'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/8697198209435715723'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/11/10-jahre-danach-10-anos-despues.html' title='10 Jahre danach - 10 años después'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-7673059805369930041</id><published>2009-11-04T22:10:00.004+01:00</published><updated>2009-11-05T00:20:14.369+01:00</updated><title type='text'>Anfragen an die Befreiungstheologie in Europa</title><content type='html'>Vor einem befreiungstheologischen Publikum wäre es wahrscheinlich peinlich, jedenfalls aber riskant, mit den Grundfragen der Theologie der Befreiung anzukommen und ernsthaft in die Runde zu fragen:&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Befreiung - wovon?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Befreiung - wozu?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Wer sich heute nach der Rolle der Theologie der Befreiung in Europa frägt, muss zwangsläufig feststellen: Zwar ist der proklamierte Tod der Theologie der Befreiung nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ausgeblieben, aber er scheint jetzt zu kommen, unmittelbar nachdem die Finanz- und Wirtschaftskrise allen KritikerInnen von Neoliberalismus und Globalisierung ein vorübergehendes Hoch beschert hatte. Es scheinen nun wiederum genau jene politischen Kräfte im Aufwind zu sein, deren Hauptanliegen es ist, den Urhebern der Krise freie Hand zu lassen und neues Kapital zu sichern. Möglicherweise war diese Krise doch nicht so final, wie es Leonardo Boff konstatiert hat, oder wir bezahlen heute alle dafür, dass diese Finalität noch ein bisschen hinausgezögert wird. In jedem Fall scheint das kurze Zeitfenster, während dessen im öffentlichen Diskurs Raum für Ansätze von Globalisierungskritik, Befreiungstheologie, Schöpfungsverantwortung und andere grundlegende Sozialfragen war offenkundig zu kurz, um nachhaltig Themen darin zu platzieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Grundsatzfragen gefragt!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das wirft die Befreiungstheologie natürlich auf die Frage nach der Positionierung während und nach der Krise. Die Fragen nach dem Ursprünglichen, nach dem Grundsätzlichen einer Denkrichtung sollen immer ihren Raum haben - sie nehmen die Rolle des Stachels im Fleisch ein, an den man sich zwar bisweilen gewöhnen kann, der sich dann aber immer wieder schmerzlich in Erinnerung ruft und vor dem Abgleiten in den Fundamentalismus schützen will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wozu also Befreiung? Einige vielleicht fatalistisch-oberflächliche Gedanken dazu:&lt;br /&gt;Es geht um die Armen - Jon Sobrino bringt das immer wieder in Abwandlung einer auf Cyprian von Karthago zurückgehenden Formel zum Ausdruck: extra pauperes nulla salus.&lt;br /&gt;Ethische Spitzfindigkeiten wie die Frage danach, wer die Armen befreit (wir? sie selbst? Gott? alle zusammen?) will ich einmal bei Seite lassen und direkt auf das Ziel der Befreiung kommen:&lt;br /&gt;Wenn es um die Befreiung für die Armen geht, dann müssen wir uns die Frage erlauben - wenn die Armen befreit sind von den Sorgen der Armut, der Unterdrückung, der Ausbeutung ... was erwartet diese Menschen dann? Doch wohl nicht neue Sorgen: Die Sorge um den Besitz, Sorge um das Eigentum? Könnte man womöglich sogar zynisch (und wie gesagt oberflächlich-fatalistisch) der europäischen Befreiungstheologie nicht vorwerfen, nur ihre eigenen Sorgen in die Welt der Armen exportieren zu wollen?&lt;br /&gt;Hab ich mein Auto zugesperrt, wo ist meine Geldbörse, warum sind die Zinsen so niedrig, ist mein Fahrrad gut angekettet oder sieht es klapprig genug aus, sodass niemand es stehlen würde, komme ich auch pünktlich zur Arbeit, wird das Finanzamt auf meinen Nebenverdienst stoßen, was denken meine Kollegen über mich, werde ich beruflich weiterkommen oder werde ich dazu einen Zahnersatz brauchen?&lt;br /&gt;Diese Fragen erinnern an die Geschichte vom Manager und vom Fischer, die im Internet kursiert:&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: right;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(102, 102, 102);font-size:85%;" &gt;Ein New Yorker Börsenmakler stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte. Er hatte einige riesige Thunfische geladen. Der Amerikaner gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte wie lange er dazu gebraucht hatte.&lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(102, 102, 102);font-size:85%;" &gt; Der Mexikaner antwortete: “Ein paar Stunden nur. Nicht lange.” Daraufhin fragte &lt;span id="more-8"&gt;&lt;/span&gt;der Manager, warum er denn nicht länger auf See geblieben ist, um noch mehr zu fangen. Der Fischer sagte, die Fische reichen ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen.&lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(102, 102, 102);font-size:85%;" &gt; Der Makler wiederum fragte: “Aber was tun sie denn mit dem Rest des Tages?” Der mexikanische Fischer erklärte: “Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen, spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe in das Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden. Sie sehen, ich habe ein ausgefülltes Leben.”&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:85%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(102, 102, 102);font-size:85%;" &gt;Der New Yorker erklärte: “Ich bin ein Harvard Absolvent und verdiene eine Menge Geld darin, Leute zu beraten. Ihnen helfe ich gerne kostenlos weiter. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Mit dem Erlös hiervon wiederum könnten sie mehrere Boote kaufen, bis sie eine ganze Flotte haben. Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren.  Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City oder Los Angeles und vielleicht sogar New York umziehen, von wo aus sie dann ihr florierendes Unternehmen leiten.”&lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(102, 102, 102);font-size:85%;" &gt;&lt;br /&gt;Der Mexikaner hatte aufmerksam und schweigend zugehört: “Und wie lange wird dies dauern?” – “Hmmm…”, überlegte der Manager, “So etwa 15 bis 20 Jahre.” Der Mexikaner fragte: “Und was dann, mein Herr?”&lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(102, 102, 102);font-size:85%;" &gt;&lt;br /&gt;Der Amerikaner lachte und sagte: “Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könnten sie mit Ihrem Unternehmen an die Börse gehen, Ihre Unternehmensteile verkaufen und sehr reich werden. Sie könnten Millionen verdienen.” Der Fischer schüttelte unglaubwürdig den Kopf. “Millionen? … Und was dann?”&lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(102, 102, 102);font-size:85%;" &gt;&lt;br /&gt;“Dann könnten sie aufhören zu arbeiten! Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit Ihren Kindern spielen, eine Siesta mit Ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren gehen, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit Ihren Freunden Gitarre spielen.”&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: right;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: right;"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: right;"&gt;&lt;span style="color: rgb(102, 102, 102);font-size:78%;" &gt;(&lt;a href="http://www.andersdenken.at/story-und-was-dann/"&gt;http://www.andersdenken.at/story-und-was-dann/&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Diese Geschichte liefert vielleicht einen Anhaltspunkt zum Weiterdenken, aber es ist jetzt nicht mein Ziel, diese Fragen zu beantworten. Das könnte ich wahrscheinlich auch garnicht. Darüber nachzudenken und zu diskutieren halte ich allerdings für unerlässlich, denn eine Idee, die aufhört, sich selbst zu hinterfragen, verkommt unweigerlich zur Ideologie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Aufgabe der Befreiungstheologie heute?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es wird niemand bestreiten, dass es immer Aufgabe der Theologie der Befreiung sein wird, bei den Armen zu sein. Es wird aber immer wieder auch notwendig sein, das Ziel dieses Beisammenseins zu hinterfragen und fallweise auch neu zu bestimmen. Dabei will ich garnicht auf die hinlänglich bekannten Gefahren von Paternalismus, Exotismus und anderen Formen wohltätiger Selbstbefriedigung eingehen, obwohl auch die immer wieder zur Diskussion gestellt werden sollten.&lt;br /&gt;Vielmehr stellt sich die Frage, was heutige Ziele der Befreiungstheologie sein können, sollen, müssen - oder systematischer: worin aus heutiger Sicht ein Programm der Theologie der Befreiung bestehen könnte.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Ob die Befreiung von der Armut im wirtschaftlichen Sinn ein solches Ziel sein kann (bzw. jemals war) ist mehr als fraglich: Strukturell organisierte, eingespielte und festgefahrene Ausbeutung kann und will vermutlich niemand hinnehmen, dem Theologie der Befreiung ein Anliegen ist. Teils haben sich die Formen von Unterdrückung verändert - teils auch wiederum nicht. Ausbeutung passiert immer noch, in manchen Bereichen haben nur die Ausbeuter ihr Verhältnis zur Politik neu geordnet - die Ausbeuter aus der Wirtschaft haben die Ausbeuter und Unterdrücker aus der Politik teilweise abgelöst, teilweise diese selbst unterjocht.&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Das nordamerikanische Christentum, das sich durch seine Selbstkommodifizierungstendenzen aus unserer Sicht zum Komplizen des Neoliberalismus gemacht hat, dringt vor allem mit der gezielten Jenseitsvertröstung erfolgreich in die Welt der Armen vor.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Komplexität und Verstrickung sind meist derart fortgeschritten, dass strukturelle Förderung oft in den Bereich der Unmöglichkeit rutscht und gar nicht mehr erwünscht ist - Arme wollen womöglich nicht befreit werden, sondern sie erwarten, dass man ihnen das Armsein, das Ausgebeutet-werden erträglicher macht - was Evangelikale zu bieten haben, Befreiungstheologen aber kaum guten Gewissens bieten werden können. (Klassisches Beispiel: Kinderarbeit!).&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Was kann also eine (europäische) Theologie der Befreiung heute tun?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Eine hoffentlich unvollständige Liste von Optionen&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Konzentration auf Europa&lt;/span&gt;: Häufig wird die Ansicht vertreten, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;die Aufgaben der Theologie der Befreiung wären heute mehr als wo anders hier vor Ort zu suchen und zu finden. Armut wird in Mitteleuropa ein immer bedeutenderes Thema, die Bildungspolitik tritt jegliches intellektuelle Potential mit den Füßen, die zunehmende Zahl an nicht mehr diskutierbaren Fragen, die Werte und Normen auf dem Weg zu einer neuen Form von radikalem Utilitarismus und nicht zuletzt die Wohlstandsverwahrlosung, Vereinsamung und Sinnleere böten ja tatsächlich genug Aufgaben, denen sich moderne, europäische Befreiungstheologie stellen könnte. Da ist es - so hört man bisweilen - garnicht wirklich nötig, die Armut in anderen Ländern als Betätigungsfeld zu beanspruchen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Konzentration auf Strukturfragen:&lt;/span&gt; Immer wieder kommt die Tendenz zu tragen, dass man sich doch nicht im unüberschaubaren Sumpf der verschiedensten Basisgemeinden seine Kräfte rauben sollte, sondern vielmehr gebündelt gegen die strukturelle Unterdrückung vorgehen müsste. Die Exodus-Geschichte muss hier oft Pate stehen für politische Revolutionsphantasien und das Ägypten von heute - der Welthandel? - wird zum Feind des Gottesvolkes, nicht der einzelne Ägytper, der an der Unterdrückung verdient. Das macht auch durchaus mehr Sinn, als wie Sisyphos einzelne Steine den Berg hinauf zu rollen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Konzentration auf konkrete Entwicklungshilfe:&lt;/span&gt; Die Gegentendenz stellt wieder das einzelne Projekt in den Vordergrund, es geht darum, an möglichst vielen einzelnen Punkten Entwicklungshilfe zu ermöglichen und zu leisten. Dabei sollten theologische, politische und vor allem ideologische Programme in den Hintergrund treten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Pluralismus als Zukunftsstrategie&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die vorgeschlagenen Ausrichtungen von befreiungstheologischer A&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;rbeit haben alle ihre Stärken und - solange sie alleine für sich betrachtet werden - auch ihre Fehler.  Eine gegenwärtige Theologie der Befreiung muss sich darauf einrichten, diese und andere Strategien neben- und miteinander ohne Unterschied in der Wertigkeit und mit einem viel höheren Grad an Vernetzung zu fördern und zu betreiben. Dazu ist ein theoretisches Fundament ebenso unverzichtbar wie eine massive Steigerung an Kommunikabilität und Vermittlungsarbeit.&lt;br /&gt;Es müssen neue Felder erschlossen werden, sowohl regional, wie auch sektoral und fachlich-theoretisch. Als erstes aber muss die Theologie  der Befreiung kommuniziert werden und kommunizierbar gemacht werden. Befreiungstheologie gehört in die Religionspädagogik ebenso wie in die Pfarrgemeinden und vor allem auch in die Medien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Selbstkritik und Selbstreflexion&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist das nicht eigentlich eh schon so? Auf den ersten Blick scheinen diese Impulse faktische Nullstellen zu sein, die einen Zustand fordern, der ja ohnehin herrscht. Tatsächlich werden unterschiedlichste Initiativen befördert und die Aktiven in hochländischen Kleinbauernkooperativen unterschreiben brav jede ATAC-Petition, kaum ein Lateinamerika-Aktivist, der nicht auch ein Auge auf die Situation in Europa hätte und die Zusammenarbeit zwischen Organisationen, die unterschiedliche Anliegen befördern, existiert ja auch.&lt;br /&gt;Doch stimmt das wirklich?&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Wenn ich Unterricht zu Themen der Befreiungstheologie vorbereite, lande ich letztlich immer beim Material sozialistischer und kommunistischer Organisationen, während die durchaus auch existierenden Materialien der kirchlichen Einrichtungen in irgendwelchen Regalen stehen.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Wenn nicht Leo Maasburg mit einem unqualifizierten Rundumschlag gegen die Befreiungstheologie auf sich aufmerksam gemacht hätte, wäre die regelrechte Umvolkung bei Missio Austria an einem Großteil der befreiungstheologischen Szene spurlos vorübergegangen.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Die Weiterentwicklung der befreiungstheologischen Theorie hat sich (Hand in Hand mit Teilen - oder Überresten? - der intellektuellen Linken) aus dem ideologieübergreifenden Deutungshorizont verabschiedet und scheint in eine Phase der Kommodifizierung zu treten, in der weder der wegbrechende Dialog mit dem Sozialismus noch der längst eingeschlafene Dialog mit dem übrigen Christentum als Mangel empfunden werden.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Wenn Befreiungstheologie in einer breiten Öffentlichkeit thematisiert wird, dann ist das in den meisten Fällen der Verdienst der Glaubenskongregation.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-7673059805369930041?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/7673059805369930041'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/7673059805369930041'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/11/vor-einem-befreiungstheologischen.html' title='Anfragen an die Befreiungstheologie in Europa'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-2921473881460705849</id><published>2009-11-01T13:37:00.007+01:00</published><updated>2009-11-02T12:16:18.051+01:00</updated><title type='text'>Neue Ethik - neue Spiritualität</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/Su2QbBhZOII/AAAAAAAAAAw/PxuDLUkA6UU/s1600-h/hs47.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer; width: 320px; height: 240px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/Su2QbBhZOII/AAAAAAAAAAw/PxuDLUkA6UU/s320/hs47.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5399130322226460802" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Der ÖH an der Katholisch-Theologischen Fakultät ist diesem Herbst ein Coup gelungen, den ihr nicht so schnell jemand nachmachen können wird. Nach turbulenter Vorgeschichte holte man Leonardo Boff an die Uni - in Kooperation mit der DKA und der Schwestern-FV und mit den beiden Fakultätsleitungen. Dieser Blog hat schon vom Zustand des Hörsaals, der dafür vorgesehen war (der größte unserer Fakultät) berichtet, auch von der Übersiedlung in einen anderen Hörsaal. (Hier zur Illustration noch ein Bild von Hörsaal 47 &lt;span style="font-size:85%;"&gt;[(C) Florian Mayr]&lt;/span&gt;)&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Krise und Co.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Der Vortrag begann wie der Auftritt eines Pop-Stars - man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Begeisterung der Massen (wie selten man dieses Wort für eine Veranstaltung an unserer Fakultät verwenden kann!) auch nicht gebrochen wäre, wenn Boff begonnen hätte "Alle meine Entlein"  zu singen.&lt;br /&gt;Anfangs war man fast geneigt, so etwas zu erwarten: Inhaltlich auf der Ebene eines mittelmäßig aufmerksamen Nachrichtenkonsumenten schilderte Boff die gegenwärtige Krise, oder besser, das gegenwärtige Krisenkonglomerat. Doch schon bald wurden die grauen Zellen wirklich gefordert und aus dem, was zuerst nach der Einstimmung auf ein Miss-America-Plädoyer für Weltfrieden klang, wurde handfeste Regierungskritik: Die Art und das Ausmaß der Krise im Verhältnis zum System wurden angefragt und erläutert - mit dem Schluss, dass jeder vernünftigen Systemtheorie nach diese Krise eine finale sein sollte, die dieses System in seinen Grundfesten erschüttert und infrage stellt. Ob das so stimmt und ob die Politik nicht gerade dafür verantwortlich ist, dass Opfer der Krise zu Systemerhaltern werden, das blieb leider offen und ist möglicherweise nur ein US-Amerikanisch-Europäisches Problem.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Relationen und Konsequenzen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Spannender wurde es ohnehin, als Boff begann, ein wenig "aus dem Nähkästchen" zu plaudern und das Auditorium an seinen Erfahrungen vor allem mit UN-Gremien teilhaben ließ. Die Perversität mancher Zahlenrelationen (etwa Rüstungsausgaben versus Hunger) bewusst zu machen war der nächste Schritt. Die Gaia-Hypothese von Lovelock eignet sich hervorragend dazu, diese Relationen zu einem ethischen Imperativ umzubauen und genau das tat Boff: Die Erde als lebender Organismus, der unter der parasitären Symbiose mit den Menschen leidet - Klimaerwärmung, Abfischung, Abholzung, ... - also doch eine Miss-America-Ansprache? Mitnichten!&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Spirituelle Dimensionen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Wenn Religion als anthropologische Grunddimension gelten soll, dann müssen wir in der Lage sein,auch Spiritualität als eine im Menschen von Natur aus angelegte Verfasstheit zu definieren und zu beschreiben.&lt;br /&gt;Spiritualität ist in jedem Fall die im Menschen verankerte Opposition zu Markt, Ausbeutung und Unterdrückung. Boff verdeutlichte, wie sehr es heute darauf ankommen würde, dass die gesamte Kirche, alle Kirchen und alle Religionen sich für die Pflege und Wiederentdeckung dieser menschlichen Dimension stark machen.&lt;br /&gt;Auf dieser Ebene setzt Boff auch das ethisch-moralische Engagement an, das er für einen konstruktiven Ausgang dieser Krise für notwendig hält:&lt;br /&gt;* Lösung vom Ohnmachtsgefühl des "Nichts-Tun/Bewirken-Könnens" durch eine Stärkung des Selbstbewusstseins: Wer sich selbst als Teil der Welt wahrnimmt, wird erkennen können, dass er zwar nicht die Welt ändern kann, aber einen Teil davon, der er selbst ist.&lt;br /&gt;* Wahrnehmung von Zusammenhängen: Wenn ich mich selbst ändere, ändere ich alles, was mit mir zu tun hat - meine Umgebung wird anders.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Wir und die Welt&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Das bringt mich zu den abschließenden Fragen: Die zentralen christlichen Werte von Solidarität mit den Armen, Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit wurden im Christentum im Laufe seiner Geschichte bisweilen vernachlässigt und u.a. zugunsten plumper Moral zurückgedrängt. Dass diese Werte heute nicht mehr nur christliche sind, sondern - eine kleine Anleihe bei Küng? - über die Grenzen von Religionen und Ideologien hinausgehen, das kann als Subtext des gesamten Vortrages gesehen werden. So gesehen muss man manchen Herrschaften dankbar sein, dass sie das in der Fragerunde noch einmal deutlicher herausgearbeitet haben.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/Su62o2b4LRI/AAAAAAAAAA4/A5VQF76u2AE/s1600-h/boff.JPG"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer; width: 320px; height: 213px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/Su62o2b4LRI/AAAAAAAAAA4/A5VQF76u2AE/s320/boff.JPG" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5399453816187268370" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-size:85%;"&gt;&lt;br /&gt;(Leonardo Boff mit Franz Helm beim Vortrag im HS 33 der Universität Wien - &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;font-size:85%;" &gt;&lt;br /&gt;mit freundlicher Genehmigung der Fakultätsvertretung&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:85%;"&gt;; &lt;span style="font-style: italic;"&gt;(c) P. Christian Tauchner&lt;/span&gt;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hinweis: Auf der &lt;a href="http://www.fv-katheol.net/theologien-mainmenu-126/blogien/380-qwir-brauchen-wieder-utopien-und-traeumeq.html"&gt;Internetseite der Fakultätsvertretung Katholische Theologie der Universität Wien&lt;/a&gt; findet sich der Vortrag zum Nachhören!&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-2921473881460705849?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2921473881460705849'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2921473881460705849'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/11/neue-ethik-neue-spiritualitat.html' title='Neue Ethik - neue Spiritualität'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/Su2QbBhZOII/AAAAAAAAAAw/PxuDLUkA6UU/s72-c/hs47.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-2592244434143960064</id><published>2009-10-30T21:15:00.002+01:00</published><updated>2009-10-30T21:25:47.107+01:00</updated><title type='text'>Hörsaalbesetzung</title><content type='html'>Heute begab ich mich kurz nach 18 Uhr an die Universität Wien zum Hörsaal 47, wo für 18:30 ein Vortrag angekündigt war. Ich traute meinen Augen nicht, als ich am Ende der Stiege auf eine Menschentraube auflief, die in den Hörsaal hineinwollte. &lt;br /&gt;Noch weniger traute ich meinen Augen, als ich in den Hörsaal kam: alle Sitzplätze restlos besetzt, Leute auf den Stufen und SeniorInnen am Fensterbrett - am mittleren, zwei Meter hoch, keine Ahnung, wie die da raufgekommen sind. Der Boden rund um den Pult, die Heizkörper und alles andere, wo man noch sitzen oder stehen konnte, war auch besetzt. Kurzum, es sah ärger aus als in den Braulik- und Wucherer-Vorlesungen in meinen ersten Semestern. An das stattfinden des Vortrags war nicht zu denken.&lt;br /&gt;Ergo: Übersiedeln in den Hörsaal 33, der dem Vernehmen nach für 240 Personen Sitzplätze bieten soll. Was auf der Galerie los war, kann ich garnicht sagen, unten bot sich aber nach dem Eintreffen der Hörsaalbesetzer aus HS 47 wieder ein ähnliches Bild: In den Bänken saßen die Leute Hintern an Hintern, auf den Fensterbrettern - die hier nicht so hoch sind - genauso und einige begnügten sich mit Stehplätzen. &lt;br /&gt;Dann konnte der Vortrag stattfinden: es sprach der brasilianische Universitätsprofessor und Befreiungstheologe Leonardo Boff. Das allerdings ist einen eigenen Blog-Eintrag wert.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-2592244434143960064?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2592244434143960064'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2592244434143960064'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/10/horsaalbesetzung.html' title='Hörsaalbesetzung'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-3604514298819547621</id><published>2009-10-25T16:39:00.003+01:00</published><updated>2009-10-25T17:12:49.567+01:00</updated><title type='text'>Zitate</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;non bene olet qui bene semper olet&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;(M.V.Martialis)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Fernseh-Krimi-Serie "Der Bulle von Tölz" hat Benno dieses Zitat ins Bayrische übersetzt: "Wer immer gut riacht, der stinkt." &lt;br /&gt;Leute, die immer gut drauf sind, immer lachen, ständig gute Laune versprühen und andere damit bekleckern wollen, sind mir zutiefst unsympathisch. Was soll denn das? Ich will meine schlechten Tage haben dürfen, ich will grantig sein dürfen, wenn mich was ärgert. Ich will nicht dauernd den gut gelaunten, tollen, unbeschwerten Lebemenschen spielen müssen, wenn mir ein Drittel meiner Umwelt einfach nur auf die Nerven geht, das zweite Drittel kaum noch mit mir spricht und das dritte Drittel gerade auf Ego-Tripp ist. Warum denn? Fürs Magengeschwür sorgt meine tägliche Kaffee-Überdosis schon alleine, da brauch ich nicht nachhelfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;**********************************************&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Silence! I kill you!&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;(Achmed the dead terrorist)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pädagogisch wertvoll in einem Saal für Ruhe sorgen! Kann schon sein, dass man als lebendiger Christ gegenüber einem Made-in-Taiwan-Skelett, das einen verblichenen Terroristen verkörpert, schon ein bisschen im Nachteil ist, aber was solls ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;**********************************************&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;"Freund in der Not" will nicht viel heißen;&lt;br /&gt;hilfreich möchte sich mancher erweisen.&lt;br /&gt;Aber die neidlos dein Glück dir gönnen.&lt;br /&gt;die darfst du wahrlich Freunde nennen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;(P. Heyse)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Muss ich mir eigentlich sagen lassen, dass mein Freundeskreis schlechter ist als andere, nur weil nicht mindestens zwei bis fünf Personen darunter sind, die bei jeder Gelegenheit an jede Art von Tür klopfen und mir wie Vampire meine Zeit wegsaugen? Weil ich im Skype online gehen kann, ohne von gelangweilten Personen angequatscht zu werden? Weil ich nicht alle paar Tage irgendwo mit irgendwem nur auf einen Kaffe gehen muss? Weil ich Freunde habe, die nicht ständig auf der Matte stehen, und das ohne dass ich sie vorher beleidigt habe?&lt;br /&gt;Ich denke schon, meine Freunde sind da, wenn ich sie brauche und wenn es was zum Feiern und Freuen gibt. Letzteres hab ich allerdings schon lange nicht mehr unter Beweis stellen können. Es wird Zeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;**********************************************&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Wer glaubt, nur von lauter Arschlöchern umgeben zu sein, ist meistens von Menschen umgeben, die auf sein Verhalten reagieren.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;(L. Caleigh)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle Welt ist böse! Nichts klappt so, wie ich es will! Gegen Mitleidserreger dieser Art wäre schon längst eine Impfung fällig, wenn man mich fragt. Sie mögen vielleicht weniger Erbrechen erregen als die oben erwähnten Dauer-Schönwetter-Menschen, aber was hilft es schon, wenn ein Ding weniger schlimm ist als ein anderes, solange es eben schlimm ist.&lt;br /&gt;Und es nervt tierisch, wenn Menschen sich darüber beklagen, wie KollegInnen sie nicht so behandeln, wie sie es möchten; der Partner oder die Partnerin komischerweise spätestens nach einem halben Jahr Beziehung genau die selben Defizite zeigt wie der Vorgänger oder die Vorgängerin; die Kinder es (natürlich aus Gründen, die selbstverständlich völlig unerklärlich sind) nie schaffen, von selbst zu merken, wann "schluss mit lustig" ist und es auch auf ausdrückliche Hinweise hin nicht glauben wollen; und die Familie erst ... die Mutter, die just an dem Tag ins Spital gefahren werden will, an dem ein tolles Programm im Fernsehen gewesen wäre - der Vater, der genau dann Hilfe bei der Gartenarbeit braucht, wenn die Geliebte einmal Zeit hätte - die Tante, deren runder Geburtstag mit einem Dart-Turnier kollidiert - und,und,und ...&lt;br /&gt;Ja, das machen die alle mit Absicht, weil sie so böse Menschen sind und einer bestimmten Person das Leben schwer machen wollen. Geht ja nicht, dass das Leben für alle ein Honiglecken ist, da muss eine Ausnahme her!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;**********************************************&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-3604514298819547621?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3604514298819547621'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3604514298819547621'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/10/zitate.html' title='Zitate'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-1579413946790550614</id><published>2009-10-22T18:12:00.004+02:00</published><updated>2009-10-22T18:25:31.867+02:00</updated><title type='text'>4 Little Aliens und 103 SchülerInnen</title><content type='html'>Nina Kusturicas viel beachteter Film "Little Alien" lockte mich gleich mit vier Klassen ins Kino - und aus meiner Sicht hat es sich ausgezahlt:&lt;br /&gt;Die SchülerInnen konnten einmal einen Eindruck davon gewinnen, was sich im Leben einzelner, ungefähr gleichaltriger so alles abspielt. Und das ist eine Art von Unterricht, die mehr Wert hat als alles theoretische Wissen, dass man ihnen in dieser Zeit vermitteln hätte können.&lt;br /&gt;Während man während des Films noch in manchen Reaktionen und Gesichtern einen gewissen Unglauben erkennen konnte - durch manche Köpfe sind wohl Gedanken gegeistert wie: "Übertreiben die nicht?" ... "Sind diese Szenen echt?" ... "Ist ja bloß ein Film!" - so haben die ProtagonistInnen, die dann in den Kino-Saal kamen, doch den meisten den Ernst der Dokumentation vermitteln können.&lt;br /&gt;Die hervorragende Moderation von Nora Friedel und die authentische Wirkung der ProtagonistInnen im Saal haben entscheidend zur Wirkung des Films beigetragen.&lt;br /&gt;Eindeutig sehenswert und für SchülerInnen von 14 aufwärts durchaus geeignet. Letztlich würde trotz bester Vor- und Nachbereitung dem Film etwas fehlen, wenn man ihn in der Klasse über DVD zeigen würde. Die ist aber ohnehin frühestens Herbst 2010 erhältlich.&lt;br /&gt;&lt;a href="http://littlealien.at/"&gt;Informationen und Materialien zum Film&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-1579413946790550614?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1579413946790550614'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1579413946790550614'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/10/4-little-aliens-und-103-schulerinnen.html' title='4 Little Aliens und 103 SchülerInnen'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-2166058121397880707</id><published>2009-10-07T20:51:00.002+02:00</published><updated>2009-10-07T20:59:52.839+02:00</updated><title type='text'>Lapsus magnus mit der kleinen Schwester</title><content type='html'>Damits auch mal wieder was zum Lachen gibt: Ich mache am Beginn des Schuljahres immer die Wiederholung zum Thema "Wie finde ich mich in der Bibel zurecht" - da schreib ich dann immer ein paar Stellen an die Tafel, die mir halt so einfallen, Mt 7,12 und Gen 2,4a und 1Kor 13,13 - manchmal auch ein paar unbekanntere und natürlich die ganzen Ausnahmen und Besonderheiten Sirach, Jesaja, Kolosser-Kohelet-Korinther ...&lt;br /&gt;An sich kein Problem, funktioniert immer recht gut und die SchülerInnen sind voll dabei.&lt;br /&gt;Hin und wieder erlaube ich mir die Frivolität und lasse nach Koh 4,11 und Hld 6,8 suchen. Sorgt meistens für Schmunzeln und lockert das Ganze auf. So nebenbei hat das auch noch den Effekt, dass das Staunen darüber, was nicht alles in der Bibel steht, die notwendige Neugier für die kommenden Themen schafft.&lt;br /&gt;Letztens ist mir irgendetwas durcheinander gekommen und ich habe in einer zweiten Klasse (sprich mitten unter lauter Elf- bis Zwölfährigen) Hld 8,8 an die Tafel geschrieben. &lt;br /&gt;Ach ja: Wer die Geschichte nicht von Haus aus zum Prüllen findet, dem sei ein Linktipp mit auf den Weg gegeben: http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-2166058121397880707?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2166058121397880707'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2166058121397880707'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/10/lapsus-magnus-mit-der-kleinen-schwester.html' title='Lapsus magnus mit der kleinen Schwester'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-5573410342069270032</id><published>2009-09-23T14:55:00.002+02:00</published><updated>2009-09-23T15:20:18.171+02:00</updated><title type='text'>Hertha Firnberg</title><content type='html'>Vergangenes Wochenende wäre Hertha Firnberg 100 Jahre alt geworden. Doch viel Beachtung wird diesem Umstand nicht geschenkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Universitätsreform 1975 war ein Meilenstein in der österreichischen Bildungspolitik und selbst die Gegner dieser Reform können heute garnicht mehr abschätzen, wie viel Bewegung in die Universitäten kam, wo es sonst nur Starre gegeben hätte. Die Universitäten haben den 100er von Hertha Firnberg aber weitgehend ignoriert - wobei ich für diese Behauptung nicht alle Orchideenfächerinternetauftritte durchforstet habe.&lt;br /&gt;Warum das? Das Gegenteil von Hertha Firnberg ist Elisabeth Gehrer, der es - rein bildungspolitisch - vermutlich am Liebsten gewesen wäre, hätte sie einfach hinter diese 100 Jahre wieder zurückgekonnt. Den unter ihrer Führung wiedererstandenen Rektorenuniversitäten scheint das auch inzwischen ein verführerischer Gedanke geworden zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Frauenfragen hat Firnberg Pionierarbeit geleistet und Vieles gesagt, gefordert und umgsetzt, was zu dieser Zeit revolutionär war. Heutige Feministinnen stehen bei der historischen Betrachtung meist mit offenem Mund da, welche Selbstverständlichkeiten erst erkämpft werden mussten. Das ist eine mögliche Erklärung, warum diesen der 100. Geburtstag von Hertha Firnberg auch kein großer Anlass war.&lt;br /&gt;Eine andere Erklärung könnte Firnbergs Art des Eintretens für Frauenrechte sein: Ihre Positionen waren differenziert durchdacht und klar umrissen und mir ist kein einziges Thema bekannt, bei dem sie einfach nur die "gegnerische" Position gespiegelt und umgekehrt hätte. Das mag den heutigen Feministinnen auch befremdlich vorkommen, denn ohne gegnerische Position hätten viele darunter nicht einmal eine eigene Meinung.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-5573410342069270032?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/5573410342069270032'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/5573410342069270032'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/09/hertha-firnberg.html' title='Hertha Firnberg'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-7241987141539494888</id><published>2009-09-09T15:33:00.003+02:00</published><updated>2009-12-13T23:19:38.783+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='laizistische Religionsfreiheit'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Religionsunterricht'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Religion'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ethikunterricht'/><title type='text'>"Ich nehm Religionsaufsicht"</title><content type='html'>Was man am Beginn eines Schuljahres als Religionslehrer alles zu hören bekommt, damit könnte man Kabarettabende bestreiten. Besorgniserregend war für mich die Aussage einer Schülerin der 2. Klasse AHS, die scheinbar etwas falsch verstanden hat.&lt;br /&gt;Auf die Frage nach der Unterrichtsteilnahme antwortete sie mit "Ich nehm Religionsaufsicht" - gerade so als ob sie sich zwischen Schoko- und Erdbeereis entscheiden hätte müssen.&lt;br /&gt;Beim Durchsehen der Daten dieser Klasse wurde mir dann klar, dass es hier scheinbar doch um einen verbreiteten Irrtum geht. Gerade so, als wäre die Aufsicht der Ersatzunterricht, der wohl schon dringend nötig ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-7241987141539494888?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/7241987141539494888'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/7241987141539494888'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/09/ich-nehm-religionsaufsicht.html' title='&quot;Ich nehm Religionsaufsicht&quot;'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-8999174711604732761</id><published>2009-08-28T12:51:00.003+02:00</published><updated>2009-08-28T13:04:26.999+02:00</updated><title type='text'>Roma finita ... chiuso per ferie</title><content type='html'>Im Rahmen der verpflichtenden Fortbildung bin ich als katholischer Religionslehrer natürlich am Ende der unterrichtsfreien Arbeitszeit noch schnell nach Rom und habe mich auch gleich gegenüber vom dortigen Unterrichtsministerium einquartiert.&lt;br /&gt;Die wichtigsten Erkenntnisse:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während das imperium romanum hauptsächlich auf Strategie und Planung aufgebaut war (und kaum einmal militärische Auseinandersetzungen durch numerische Überlegenheit für sich entschieden hat), gilt heute der Grundsatz: "Ich bin Italiener, ich habe keinen Plan!" (Kellner beim Versuch, einen wackeligen Tisch weniger wackelig zu machen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man hört auch von den alten Römern, dass sie Nachrichten verfasst und per Boten durch das halbe Reich geschickt haben, wenn das notwendig war. Von Information halten die "jungen" Römer allerdings absolut garnichts: "Chiuso per ferie" am runtergelassenen Rollo reicht doch, um jemanden, der sowieso gerade festgestellt hat, dass hier kein Betrieb ist, zu sagen, dass hier kein Betrieb ist. Der nächste Shop? Finde es selbst heraus! Und dann erfährst du auch, ob der nicht auch gerade "chiuso per ferie" hat. Scheint so, als würde man Koordination für irgendwas Unordentliches halten, das der Papst verboten hat.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-8999174711604732761?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/8999174711604732761'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/8999174711604732761'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/08/roma-finita-chiuso-per-ferie.html' title='Roma finita ... chiuso per ferie'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-659978232696011318</id><published>2009-08-19T07:11:00.002+02:00</published><updated>2009-08-19T07:21:51.861+02:00</updated><title type='text'>Frankreich light</title><content type='html'>In meiner persönlichen Statistik von Frankreichreisen sind eindeutig drei Buchstaben die unbestrittene Nummer 1: CDG - Charles de Gaulle, der Flughafen, nicht der Politiker. Ansonsten habe ich außer einer Frankreichreise in der Schulzeit und einer Woche Taizé nichts von diesem Land mitbekommen. Und das war auch gut so, denn die Sprache, die man dort mit einiger Penetranz und Ausschließlichkeit zu sprechen pflegt, steht in meiner Sympathieliste irgendwo zwischen Steuernachzahlung und Fußpilz.&lt;br /&gt;Umso interessanter war es für mich, Straßburg kennenzulernen. Echte Bilingualität findet man dort zwar hauptsächlich auf den Straßenschildern und in manchen Ortsnamen (deren elsässische Herkunft man meist auch nur am Schriftbild erkennen kann), aber wenn man es versucht, stellt man fest, dass mehr Leute als man dachte durchaus der deutschen Sprache mächtig sind. &lt;br /&gt;Viel Wasser, viele Brücken und ein beeindruckendes Münster prägen das Stadtbild - das kulturelle Erbe hat unter der Reformation einerseits gelitten, andererseits auch davon profitiert. Die vortridentinischen Raumteiler, für Fachkundige: Lettner, konnten offenbar die protestantischen Gemeinden eher brauchen als die durch das Konzil von Trient reformierten Katholiken. &lt;br /&gt;Naja, wollt eigentlich nur deponieren, zahlt sich aus, dort hin zu fahren.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-659978232696011318?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/659978232696011318'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/659978232696011318'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/08/frankreich-light.html' title='Frankreich light'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-2713971383972186600</id><published>2009-08-18T14:39:00.002+02:00</published><updated>2009-08-18T14:45:01.409+02:00</updated><title type='text'>Karinthisches Frühchristentum</title><content type='html'>Erstaunlich, was sich im heutigen Kärnten zwischen 4. und 6. Jahrhundert so alles abgespielt hat.&lt;br /&gt;Da kommt man in ein kleines Kaff, Globasnitz/Globasnica, und stößt auf Ausgrabungen von Römern und Goten, findet die Fundamente frühchristlicher Kirchen, einer arianischen und einer "katholischen" ... &lt;br /&gt;Keine 200 km weiter eine Ortschaft mit dem klingenden Namen St. Peter in Holz - frühchristlicher Bischofssitz und Römerstadt unter dem Namen Teurnia. Eine Bischofskirche aus dem 5. Jahrhundert und eine Friedhofskirche mit einem bedeutenden Mosaik haben die Archäologen um Prof. Glaser dort gefunden.&lt;br /&gt;Ach ja, und da wäre dann noch der Nonnosus von Molzbichl zu erwähnen, ein Diakon aus dem 5. Jahrhundert, der den Wiener TheologInnen seit den späten 90ern ein Begriff sein müsste.&lt;br /&gt;Auf die große Frage, was diese Erkenntnisse für die Lehrtätigkeit bringen könnten, habe ich allerdings noch keine zufriedenstellende Antwort.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-2713971383972186600?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2713971383972186600'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2713971383972186600'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/08/karinthisches-fruhchristentum.html' title='Karinthisches Frühchristentum'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-4746752546128112370</id><published>2009-05-28T20:04:00.004+02:00</published><updated>2009-05-28T20:18:29.082+02:00</updated><title type='text'>Wahlbeobachtung</title><content type='html'>ÖH-Wahlen sind für mich kein besonderes Erlebnis mehr, eher Nostalgie, würde ich mal sagen. Doch was ich heute erleben durfte, das hat mich seit langem wieder einmal wirklich herzhaft lachen lassen.&lt;br /&gt;Wie unter TheologInnen gute Sitte, wird alles, wo man sich treffen könnte, mit einer kleinen Mini-Agape aufgepeppt, so hat unsere Fakultätsvertretung auch das Wählen mit einer kleinen Einladung auf Kaffee und Kuchen ergänzt, die ich natürlich angenommen habe.&lt;br /&gt;Nun sitze ich, vielleicht eine viertel Stunde vor Wahlschluss, vor dem Wahllokal bei Kaffee und Kuchen mit zwei Studierendenvertretern von der Fakultätsvertretung und plaudere ein wenig. Am Tisch die großteils schon leeren Thermoskannen, ein Kaffeebecher steht vor mir, ich habe Kuchen in der Hand, am Rande stehen noch leere Milchpackungen und ein paar benutzte Becher und der letzte verbliebene frische Becher. Vor dieser Kulisse spielte sich dann die folgende Szene ab:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem Off nähert sich ein korpulenter Herr, vermutlich Mitte 20, in einem rosa Hemd und mit einem gefalteten A4-Blatt in der Hand. Er steuert direkt auf den männlichen Fakultätsvertreter mir gegenüber zu und erkundigt sich:&lt;br /&gt;- "Seids ihr von der Katholischen Theologie?" Der Fakultätsvertreter bejaht, worauf der Herr ihm das gefaltete A4-Blatt aushändigt und auf das verdutzte Gesicht hin hinzufügt:&lt;br /&gt;- "Ja, ich bin von der JES, ich bin jetzt hier her entsandt worden, um zu beobachten."&lt;br /&gt;Der sichtlich irritierte Fakultätsvertreter beäugt das A4-Blatt, während ich schon nicht weiß, wo ich jetzt hinschauen soll, um nicht vor lauter Lachen vom Sessel zu fallen. Dann bedeutete der Fakultätsvertreter, er könne gerne beobachten, aber wir trinken hier nur Kaffee. Die Fakultätsvertreterin neben mir klärte dann den JES-Wahlbeobachter darüber auf, dass das hier ein Kaffeestand ist und er die Wahlkommission im Wahllokal drinnen finden würde. &lt;br /&gt;Ich hätte mir nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber &lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;JES, you made my day!&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-4746752546128112370?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/4746752546128112370'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/4746752546128112370'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/05/wahlbeobachtung.html' title='Wahlbeobachtung'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-7998451050770657952</id><published>2009-05-17T14:08:00.004+02:00</published><updated>2009-05-17T14:27:26.975+02:00</updated><title type='text'>Psycho... Ein kleiner Erfahrungsbericht nach einer Surftour durch die Schulen der Psychotherapie.</title><content type='html'>Laut ExpertInnen wächst der Anspruch an den Religionsunterricht, den seelsorglichen Aspekt immer mehr zu bedienen. Ich merke zwar in meiner Praxis nicht besonders viel davon, aber habe mich trotzdem einmal im Internet schlau darüber gemacht, was denn die Schulen der Psychotherapie so alles zu bieten haben. Und die Adresse einer guten Therapeutin oder eines guten Therapeuten zu haben, hat ja noch niemandem geschadet.&lt;br /&gt;Das erste mal stutzig wurde ich, als mir die meisten verwendeten Methoden der Therapeuten, die im Internet auffindbar waren, seltsam bekannt vorkamen: Aufstellungsspielchen, Traumdeuterei und natürlich das therapeutische Gespräch mit den unterschiedlichsten Schattierungen sind immer noch die Renner. Um das Gespräch wird man wohl nicht herumkommen, eine Therapie ohne Gespräch ist wahrscheinlich wirkungsloser als es ein Placebo-Medikament je sein könnte. Doch: Was soll der ganze Rest hier? Muss die Interdependenz des Klienten so breitgetreten werden? Welches Menschenbild steht dahinter, dass man den wachen und nüchternen Patienten nicht mehr als Ausgangsbasis für therapeutisceh Erfolge sehen kann?&lt;br /&gt;Das brachte mich zur nächsten Frage: Wie wird das Therapieverhältnis gesehen? - es handelt sich schließlich dabei um eine ganz außergewöhnliche Form der Beziehung. Da war eigentlich eigentlich das ganze Spektrum vertreten, angefangen mit Grundsätzen in der Art "Der Therapeut verhält sich zur Psyche des Klienten wie der Installateur zum Abflussrohr" bis hin zur starken Betonung des empathischen Einfühlungsvermögens der Therapeuten. Das Schockierende daran: bei einigen Richtungen konnte man Anzeichen für das ganze Spektrum innerhalb eines therapeutischen Ansatzes finden, was ich beim besten Willen nicht als Zeichen für hohes Reflexionsniveau werten kann.&lt;br /&gt;Die Zielformulierungen der therapeutischen Richtungen sind an Schwammigkeit nur mehr von Politikerreden übertroffen: Irgendwie ist zwar der Patient immer der, der die Lösung hat, kennt und mit Hilfe des Therapeuten findet, aber bei genauerem Hinsehen entpuppt sich jede Therapierichtung einfach nur als der Beginn eines wahnsinnigen Ego-Tripps.&lt;br /&gt;Insofern kann ich nur ein Resümee aus dieser langen Nacht der Therapie-Homepages ziehen: Mehr Seelsorge, weniger Psychologie!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-7998451050770657952?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/7998451050770657952'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/7998451050770657952'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/05/psycho-ein-kleiner-erfahrungsbericht.html' title='Psycho... Ein kleiner Erfahrungsbericht nach einer Surftour durch die Schulen der Psychotherapie.'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-659598215440822500</id><published>2009-04-08T17:25:00.004+02:00</published><updated>2009-04-08T17:51:36.663+02:00</updated><title type='text'>Roma locuta und so - ein Palmsonntagsgottesdienst</title><content type='html'>Nun bin ich zur Einsicht gelangt, dass der Beiname "Ewige Stadt" vor allem deshalb gerade Rom zugedacht wurde, weil man hier ewig lange warten kann, um dann wenig zu sehen, ewig viel Zahlen kann, um dann eine Andeutung von einem Kaffee zu bekommen und vor allem ewig braucht, um von einem Ort zum anderen zu kommen.&lt;br /&gt;Aber zum Thema: Der Palmsonntagsgottesdienst am Petersplatz&lt;br /&gt;Zuerst einmal zum Termin: Dieser Gottesdienst fand zu meiner großen Überraschung tatsächlich am Palmsonntag und tatsächlich am Vormittag statt. Das ist bei päpstlicher Liturgie nicht wirklich selbstverständlich, der vatikanische Feierkalender hat zwischen Kreuzigung und Auferstehung mit viel Glück grade mal 20 Stunden.&lt;br /&gt;Der Feierverlauf entsprach den Erwartungen, es gab keine liturgischen Eigenwilligkeiten und abgesehen von einer Fürbittensprecherin, die ihre Fürbitte in Suaheli vorgetragen hat, gab es auch keine Gründe, sich die Ohren zuzuhalten.&lt;br /&gt;Der Plebs aber, das einfache Fußvolk, war ein Unterhaltungsprogramm für sich. Einige hätten am liebsten die Leinwand abgeknutscht, wenn der Papst im Bild war, anderen wiederum hätte statt einer Messe ein Pappendeckelpapst, neben dem sie sich photographieren lassen können, auch gereicht. Dazwischen einzelne Verrückte, die tatsächlich immer wieder glauben, in einem solchen Umfeld könne man würdig an einem Gottesdienst teilnehmen.&lt;br /&gt;Ein besonders unwürdiges Schauspiel bot die Austeilung der Kommunion, die ein bisschen die Züge einer Wildtierfütterung annahm. Manche drängten sich an die Absperrung heran und streckten dem Priester die Hände entgegen, andere hatten gerade noch den letzten Bissen vom BigMac heruntergeschluckt und streckten die Zunge für die Mundkommunion aus. Die Priester auf der Seite des Platzes, wo ich das beobachtete, haben sehr unterschiedlich reagiert. Während auf der anderen Seite ein sichtlich genervter Priester beim schnellen Vorbeigehen so ca. in jede dritte Hand eine Hostie legte, bemühten sich auf unserer Seite zwei Priester, trotz des Gedränges und des Gerangels einen halbwegs würdigen Kommunionempfang zu ermöglichen.&lt;br /&gt;Über Masseneucharistiefeiern muss man wirklich nachdenken. Scheinbar tut man das auch, aber in eine falsche Richtung: Man plant bereits den nächsten Weltjugendtag in Madrid 2011.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-659598215440822500?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/659598215440822500'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/659598215440822500'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/04/roma-locuta-und-so-ein.html' title='Roma locuta und so - ein Palmsonntagsgottesdienst'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-4579499078931072355</id><published>2009-03-24T17:42:00.003+01:00</published><updated>2009-03-24T17:59:44.514+01:00</updated><title type='text'>Promiskuitive Prominenz und andere Plagen der Gegenwart</title><content type='html'>Verona musste eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen, obwohl die eigentlich leidtragende doch wohl die Haushälterin ist, die nachher wieder zusammenräumen muss. Letterman hat heimlich geheiratet, Lindsay Lohan hat wieder einmal ein Auto geschrottet, vermutlich hat sie wiedermal vergessen, dass es beim Autofahren kein Playback vom Tonmeister eingespielt wird, Bruce Willis heiratet und will im Gegensatz zu Michael Jackson kein Kind adoptieren.&lt;br /&gt;Eine schwedische Autofahrerin hatte zwischen Stockholm und Oslo eine Reifenpanne. Aber das interressiert niemanden, obwohl sie die entfernte Bekannte einer unehelichen Urenkelin des Fürsten von Liechtenstein vom Hören-sagen kennt.&lt;br /&gt;Hans Krankl trainiert jetzt den LASK, aber in dieser Sportart sind die Beziehungen zwischen Mannschaften und Trainern sowieso nur Saisonabschnittspartnerschaften.&lt;br /&gt;Paul Michael Zulehner war schon über 12 Stunden nicht mehr im Fernsehen zu sehen, was eigentlich ein bedenkliches Zeichen für die Objektivität der Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist, oder auch nicht.&lt;br /&gt;Warum eigentlich?&lt;br /&gt;Keine Ahnung!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-4579499078931072355?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/4579499078931072355'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/4579499078931072355'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/03/promiskuitive-prominenz-und-andere.html' title='Promiskuitive Prominenz und andere Plagen der Gegenwart'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-2610286866302430502</id><published>2009-03-24T17:01:00.003+01:00</published><updated>2009-03-24T17:32:27.871+01:00</updated><title type='text'>Intellektuelle Inkontinenz und andere Plagen der Gegenwart</title><content type='html'>Es hatte alles so schön angefangen, als der 15jährige Omar auf seinem Schulweg den üblichen Schwenk zum Café um die Ecke machte. Es gab ihm jedes Mal einen Kick, nicht für die zwei Stationen zur Schule noch in die Straßenbahn zu steigen, sondern dorthin abzubiegen, wo kein Lehrer je vorbeikam und seine Freunde meist schon auf ihn warteten.&lt;br /&gt;Und es wäre auch gut weitergegangen: Seine Freundin - war sie das noch? - wäre ihm erspart geblieben, und er hätte sich nicht ihren Fragen aussetzen müssen, ihrer eindringlichen Forderung nach Ehrlichkeit über die Party letzten Samstag. Und vor allem: die Schule wäre an ihm vorbeigegangen, er wäre nie mit so dummen Dingen wie dem logischen Denken der Mathematik belastet worden, niemand hätte ihm irgendwelchen Unsinn darüber erzählen können, was die inzestgeschädigten Adelshäuser vor hunderten Jahren so alles an Kriegen angezettelt haben, auch das völlig unnütze Wissen über die Kreuzung von Pflanzenarten hätte ihm niemand aufdrängen können und die ewigen Herumreitereien auf Groß- und Kleinschreibung, harten und weichen Lauten, die ihm ja dieses Schuljahr eigentlich eingebrockt haben, wären ihm auch erspart geblieben. Kein Religionslehrer hätte ihm erzählen können, was alles nicht im Koran steht, obwohl er aus seiner Familie doch wusste und sah, dass es zu seiner Religion und zu seinen Pflichten gehört. Dann diese Referate von geschniegelten und gestriegelten Mitschülern in irgendwelchen Grufti-Klamotten, die sonst nur in ihren Death-Metal-T-Shirts in der Schule auftauchten - und sowas nennt man Persönlichkeitsbildung: Das Kriegsschiff "Bismarck", der Lebensraum der Python, die Geschichte der Habsburger. Dann noch diese ewig gleichen, gutgemeinten Ratschläge. Nein, das wollte er sich heute ersparen und hatte noch einen weiteren, schlagenden Grund dafür: Die englische Sprache, ihre Grammatik und die wohl schrecklichste Lehrerin, die man haben kann, die wollte er für heute einmal aus seinem Alltag verbannen.&lt;br /&gt;Sein Ausbruch aus dem Alltag ist gehörig misslungen, weil andere aus ihrem Alltag ausgebrochen waren. Als er beim Café ankam, war die Tür geschlossen, die Stühle waren auf die Tische gekippt, der Raum war dunkel und weit und breit war niemand zu sehen. Fini, die Bedienung, war genausowenig da wie ihr Mann, der sonst immer in der Küche arbeitete. Drei Minuten stand er alleine da und war völlig aus dem Konzept geworfen, bis sein Freund hinzukam. Der machte ihn dann auf die Bedeutung des kleinen, gekritzelten Zettels an der Tür aufmerksam: "Wegen Todesfall geschlossen!"&lt;br /&gt;Beide versuchten natürlich, vor dem jeweils anderen ihre Betroffenheit zu verbergen, und auch die Angst, es könne sich beim Todesfall um Fini handeln, weil keiner zugeben wollte, dass ihnen die Inhaberin des Cafés schon längst sehr ans Herz gewachsen war. In ihrer Orientierungslosigkeit beschlossen die beiden, zur Schule zu gehen. Wenn es gar keine brauchbare Alternative gibt ...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-2610286866302430502?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2610286866302430502'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2610286866302430502'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/03/intellektuelle-inkontinenz-und-andere.html' title='Intellektuelle Inkontinenz und andere Plagen der Gegenwart'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-3126264471393346977</id><published>2009-03-20T20:13:00.002+01:00</published><updated>2009-03-20T20:17:13.374+01:00</updated><title type='text'>Ablenkungsmanöver?</title><content type='html'>Wunderlich, dass Papst Benedikt der XVI. auf seine alten Tage hin nun auf einmal die gängigen "Ceterum-censeos" der kirchlichen Sexuallehre für sich entdeckt. Gestern Kondome, heute Abtreibung, und letztere auch noch unter moraltheologisch kaum bis garnicht argumentierbaren Annahmen. Da muss man sich doch fragen, ob seine Berater für jeden Kontinent das passende Fettnäpfchen ausgesucht haben, oder ob es einfach nur um eine Ablenkungspolitik geht. Schade eigentlich, dass es dafür mediale Aufmerksamkeit gibt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-3126264471393346977?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3126264471393346977'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3126264471393346977'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/03/ablenkungsmanover.html' title='Ablenkungsmanöver?'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-6991284647519710417</id><published>2009-03-13T15:53:00.003+01:00</published><updated>2009-03-13T16:17:36.804+01:00</updated><title type='text'>Liebesinflation</title><content type='html'>Schon länger ist der Trend zu bemerken, den vor allem der US-Amerikanische Film in die deutschsprachigen Länder gebracht hat: "I love you!" kommt dort relativ leicht über die Lippen. Das scheint eine sprachliche Besonderheit zu sein, gegen die sich wenigstens in der Umgangssprache die deutschsprachige Bevölkerung zumindest eine Zeit lang gewehrt hat.&lt;br /&gt;Auch wenn man in den synchronisierten Filmen immer wieder das "Ich liebe dich" als Übersetzung von "I love you" gehört hat, so ist doch dieser Satz noch lange einem Bereich oder zwei Bereichen vorbehalten geblieben: Der partnerschaftlichen Liebe und allenfalls noch der Liebe zwischen Eltern und Kindern.&lt;br /&gt;Mit "I love you" im amerikanischen Englisch ist das etwas ganz anderes: das kann man zu Verwandten sagen, zu Freunden und Bekannten. Man kann es sogar als Bühnenkünstler einem ganzen Saal voller zahlender BesucherInnen zurufen.&lt;br /&gt;Bedenkt man den Einfluss, den amerikanische Kultur (falls man das so nennen darf) und Sprache auf Europa sonst haben (Stichwort "Sinn machen"), dann mag es im Nachhinein eigentlich verwundern, dass es eines Mediums wie des Internets bedurfte, bis auch diese Eigenart auf Europa übergriff.&lt;br /&gt;Das amerikanische "I love you", das keine Differenzierung mehr zulässt zwischen bloßer Sympathie, freundschaftlicher Zuneigung und partnerschaftlicher Liebe, wurde lange Zeit hindurch durch andere Sätze vertreten: "Ich mag dich." "Ich hab dich lieb." "du bist mir wichtig."&lt;br /&gt;Heute ist das anders: In diversen Chatrooms und Kommunikationsprogrammen schwirren die Herzen nur so durch die Gegend. "Ich liebe dich" ist wie das amerikanische "I love you" zu einer Hohlphrase geworden, die auch unbedacht und ohne große Folgen an jemanden geschickt werden kann. Solche Liebesbekundungen können per sms verschickt werden und in Chatrooms veröffentlicht werden. Neulich las ich auf einer Homepage sinngemäß "Ich liebe alle, die auf meine Seite kommen."&lt;br /&gt;Mit dem Vermissen scheint es ähnlich zu sein.&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;"Du warst 5 Minuten nicht online, ich hab dich sooo vermisst!" - &lt;/li&gt;&lt;li&gt;"Ich war am Klo" - &lt;/li&gt;&lt;li&gt;"Schrecklich." - "Wo in Deutschland wohnst du eigentlich?" &lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Die große Frage, die sich mir stellt: Was tun, wenn man wirklich jemanden liebt? Was, wenn man jemanden vermisst, so dass man sich selbst alles andere als ganz fühlt?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-6991284647519710417?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/6991284647519710417'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/6991284647519710417'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/03/liebesinflation.html' title='Liebesinflation'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-7230705253682403415</id><published>2009-02-26T14:12:00.003+01:00</published><updated>2009-02-26T14:34:17.053+01:00</updated><title type='text'>Weniger Arbeiten!</title><content type='html'>Frau Unterrichtsministerin will die Lehrverpflichtung der LehrerInnen erhöhen und was machen die Medien? Klar doch, sie kommunizieren an die Öffentlichkeit, dass LehrerInnen mehr arbeiten müssten. Doch das Gegenteil ist der Fall!&lt;br /&gt;Ein Vollbeschäftigter Lehrer soll derzeit ein Arbeitspensum von 38,5 Stunden erbringen. Dabei soll er - je nach Fach - ca. 20 Stunden unterrichten und den Rest der Zeit in diverse Nebenverpflichtungen, vor allem aber in Fortbildung und Unterrichtsvorbereitung investieren.&lt;br /&gt;Mein Unterrichtsfach ist eines der Vorbereitungsintensivsten, auch wenn es nicht so bewertet ist. Wenn ich während irgendeiner Unterrichtswoche meine Tätigkeiten nach 2310 Minuten einstellen würde, müsste ich in der darauf folgenden Woche schon ein Drittel der Stunden ausfallen lassen, weil keine Zeit mehr wäre, sie vorzubereiten.&lt;br /&gt;Gehen wir ins Detail: Im Unterricht verbringe ich jede Woche 1000 Minuten, dazu kommen 200 Minuten Supplierbereitschaften und Sprechstunden und 30 Minuten Gangaufsicht. Die nötige Unterrichtsreflexion und die Anpassung der getroffenen Vorbereitungen an die Unterrichtsereignisse nehmen im Schnitt pro Woche 200 Minuten in Anspruch. Bleiben 880 Minuten, um darin unterzubringen:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Unterrichtsvorbereitungen für 20 Stunden inklusive Beschaffung, Begutachtung, Aufbereitung und Transport von Materialien.&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Vorbereitung von Projekten, Lehrausgängen, Unterrichtsschwerpunkten.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Koordination von klassen- und fächerübergreifenden Unterrichtsthemen.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Fort- und Weiterbildung sowohl fachlich als auch pädagogisch.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Zähle ich das alles zusammen, nehme noch die Elternsprechtage und Konferenzen dazu, dann bleibt von den unterrichtsfreien Zeiten, in die gezwungenermaßen schon die meiste Weiterbildung und Vorbereitung verlagert werden muss, nicht einmal genug übrig, um diese Zeiten als Zeitausgleich zu verbuchen. Rechne ich dann noch die fünf Wochen im Jahr ab, die ich mich laut Gesetz "vom Dienstort entfernen" darf - Urlaub gibt es ja für LehrerInnen nicht -, dann darf am Ende nur mehr der burn-out-bedingte Krankenstand als Privileg verbucht werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung kann daher nur bedeuten: LehrerInnen müssen weniger arbeiten! Denn in der Zeit, die sie mehr unterrichten und dieses Mehr an Unterricht vorbereiten, machen sie&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;weniger Weiterbildung, &lt;/li&gt;&lt;li&gt;weniger Reflexion, &lt;/li&gt;&lt;li&gt;weniger pädagogische Arbeit &lt;/li&gt;&lt;li&gt;und vor allem weniger Unterrichtsvorbereitung. &lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Tolle Bildungsreform!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-7230705253682403415?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/7230705253682403415'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/7230705253682403415'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/02/weniger-arbeiten.html' title='Weniger Arbeiten!'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-6182540829692208536</id><published>2009-02-13T19:34:00.008+01:00</published><updated>2009-02-14T20:51:31.599+01:00</updated><title type='text'>Bruder Pius, Schwester Islam</title><content type='html'>&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Gelassenheit fällt dieser Tage schwer, wenn man in einschlägigen Berufen arbeitet, die direkt oder indirekt mit Religion und Kirche zu tun haben. Es kostet schon einiges an Aufmerksamkeit, den Überblick zu behalten: Holocaustleugnende Altritualisten werden rehabilitiert, resche Dorfpfarrer zum Bischof geweiht, die Homosexualität beschäftigt den Klerus wieder und so nebenbei läuft noch ein Sturmlauf nicht nur gegen islamische ReligionslehrerInnen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Das&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt; Konzil&lt;/span&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt; vergessen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Immer dann, wenn Themen eine besondere Aufregung erzeugen, ist auch die Gefahr da, dass man allzuleicht etwas übersieht. Sicherlich ist Williamson mit seiner Holocaust-Leugnung der Kern des Problems, doch die antisemitischen Tendenzen innerhalb der Piusbruderschaft sind weder neu, noch auf Williamson beschränkt. Es bleibt zu hoffen, dass man das angesichts der vielleicht bevorstehenden, aber immer noch ausständigen Erklärung Williamsons genausowenig vergessen wird wie die kirchenintern viel wichtigere Frage der Anerkennung des Konzils.&lt;br /&gt;Nicht nur die Anerkennung des II. Vaticanums dem Wortlaut seiner Texte nach müsste gefordert werden, sondern auch die Anerkennung des Geistes, der das Konzil getragen hat. Denn - seien wir uns ehrlich - einer Kirche, die aus der Bibel die Berechtigung abliest, Waffensegnungen praktizieren zu dürfen, aber die Berechtigung nicht erkennen kann, Verheiratete und Frauen zum Priesteramt zuzulassen, der ist bei der Interpretation des Wortlautes der Konzilstexte auch einiges zuzutrauen. Umso mehr,  zumal die Texte ja das Ergebnis von Verhandlungen sind und Kompromissformulierungen enthalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Hurrican, Harry Potter, Homosexualität&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Andere Baustelle: Die Rundumschläge des designierten Weihbischofs Wagner. Windischgarsten in der Diözese Linz wird seinen Pfarrer los, was nach den Berichten der entsprechend schlagseitigen Medien den Gläubigen dort das Herz bluten lässt. Wenn dem so wäre, dann wäre es doch ein gebotener Akt der väterlichen Barmherzigkeit, diesem dringenden, pastoralen Bedürfnis der dortigen Gemeinde nachzugeben und dem administrative Anliegen unterzuordnen - aber das nur nebenbei. Ein Pfarrer, der dem Geiste nach aus einer Zeit lang vor Don Camillo stammt, markige Predigten drauf hat und donnernd gegen die neuen Zeiten wettert, wäre wahrscheinlich genauso wie die Piusbrüder jederzeit bereit, den Antimodernisteneid Pius' des X. abzulegen, je nach Opportunität jegliches Ereignis als Fingerzeig Gottes zu interpretieren, solange es sich irgendwie in seinem Sinn auslegen lässt, und aus Prinzip alle Bücher, die er selbst nicht gelesen hat (und das scheinen viele zu sein) für gefährlich zu erklären.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Mir fällt nur eine gesellschaftliche Gruppe ein, die mit dieser Bestellung wirklich ihre Freude haben könnte: die der vehementen Kirchenkritiker: Endlich hat man jemanden gefunden, auf den selbst die abstrusesten Vorwürfe zutreffen. Da fragt man sich doch glatt, ob Richard Dawkins, Burkhard Müller, Michael Schmidt-Salomon, Robert Misik und wie sie alle heißen eigentlich schon zur Ernennung gratuliert haben. Vielleicht sollten sie das tun - irgendwer muss es ja machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Islam: Wissenschaftliche Bildung wurde sträflich vernachlässigt&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Das bringt uns zur dritten Baustelle, dem Religionsunterricht: Hier steht der Islam in der Schusslinie, wahrscheinlich auch nicht zu Unrecht. Während man auf die islamischen ReligionslehrerInnen medial losgeht und zumindest die genannte Gruppe immer wieder den Versuch unternimmt, die Angriffe auf den Religionsunterricht allgemein auszudehnen, fragt sich niemand, warum diese spezielle Situation überhaupt entstehen konnte. Die Versäumnisse in der Bildungspolitik des vergangenen Jahrhunderts waren es, die maßgeblich dazu beigetragen haben.&lt;br /&gt;Der islamische Religionsunterricht wurde erst in den frühen 1980ern an den öffentlichen Schulen eingeführt, obwohl die Religionsgemeinschaft seit 1912 ein anerkanntes Bekenntnis ist und das aktuelle Religionsunterrichtsgesetz seit 1949 gilt.&lt;br /&gt;Eine Ausbildung für islamische ReligionslehrerInnen an Pflichtschulen gibt es seit - festhalten, hinsetzen - 1998! Und wem das noch nicht skandalös genung erscheint: Ein universitäres Studium als adäquate, wissenschaftliche Berufsvorbildung für Islam-LehrerInnen an AHS und BHS gibt es seit dem 1. Oktober 2006, das heißt es könnten frühestens im Schuljahr 2011/12 die ersten adäquat ausgebildeten LehrerInnen für islamische Religion ihr Unterrichtspraktikum beginnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu nun eine durch diverse Studien belegte Binsenweisheit: die Gefahr, sich von fundamentalistischen Kreisen innerhalb der Religion angesprochen zu fühlen, nimmt mit der fachlich-wissenschaftlichen Bildung in der Religion deutlich ab, also: Religiöse Bildung schützt vor Fundamentalismus. Und ich sehe keinen Grund, zu bezweifeln, dass das auch für ReligionslehrerInnen gilt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-6182540829692208536?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/6182540829692208536'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/6182540829692208536'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/02/baustelle-kirche-zu-aktuellen.html' title='Bruder Pius, Schwester Islam'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-952726134960073203</id><published>2009-01-30T15:46:00.006+01:00</published><updated>2009-02-08T21:05:32.023+01:00</updated><title type='text'>Kirche raus aus der Schule</title><content type='html'>Die Pubertät ist eine schwere Zeit in der Entwicklung eines Menschen, doch manchen unter ihnen gefällt sie so gut, dass sie diese möglichst lange ausdehnen möchten. Nachdem sich Papst Benedikt XVI. mit der von väterlicher Sensibilität getragenen Entscheidung, die Piusbrüder in den Schoß der Mutter Kirche zurückzuholen, einen gezielten Schuß ins Knie zugezogen hat, sehen die frisch gezüchteten Altkommunisten der aks ihre Stunde gekommen, um wieder einmal gegen den Religionsunterricht zu hetzen:&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;Kirche raus aus der Schule&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;So lautet ihre Forderung. Ich habe mich natürlich, da ich selbst links bin, unverzüglich mit dem Schulwart in Verbindung gesetzt und ihn aufgefordert, er solle doch sagen, wo die Kirche in unserer Schule sei und die rausrücken. In unserer Schule ist aber keine Kirche, nur eine aus Papier gebastelte Synagoge samt Inventar, die meine RK-TeilnehmerInnen in der 1. Klasse gebastelt haben. Daneben stehen Häuser, ebenfalls aus Papier gebastelt, wie sie im Palästina der Zeitenwende üblich waren, ein Händler bietet am Platz vor der Synagoge seine Waren an, ein paar römische Soldaten stehen herum. Aber weit und breit keine Kirche.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;Skurrile Kritikpunkte&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Jetzt wird es Zeit, sich gemütlich zurückzulehnen und den Sturm im Wasserglas zu belächeln: Scheinbar gibt es sogar für die Opfer der aks-Indoktrination so wenig stichhaltige Kritikpunkte an der klar definierten und limitierten Stellung von Religion und Kirche im Bildungssystem, dass man sich die Argumentationen derart kräftig aus den Fingern saugen muss, dass danach die Kraft nicht mehr für eine ordentliche Grammatikkontrolle ausreicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erstes Argument gegen religiöse Schulerhalter:&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(102, 102, 204);font-size:85%;" &gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Katholische Privatschulen zum Beispiel entziehen sich größtenteils staatlicher Vorschriften, tragen aber aufgrund ihres Schulgeldes enorm zur Elitenbildung bei, sprich bilden die Reichsten „am Besten" aus.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Wessen entziehen sich die Privatschulen? Und: Will man jetzt wirklich kritisieren, dass dort die Ausbildung (angeblich) so gut ist? Zu Eliten kann man stehen, wie man will, aber aus einer allfälligen Ablehnung von Eliten heraus das Bildungsniveau solange nach unten zu schrauben, bis alle gleich wenig Bildung haben, da kenne ich Leute, die das alleine mit Engels und ohne Marx vom Tisch argumentieren können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nächste Angriffsfläche ist der Lehrplan für das Unterrichtsfach Religion:&lt;span style="color: rgb(102, 102, 204);font-size:85%;" &gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Der Lehrplan wird nicht wie in andern Fächern vom Staat zusammengestellt, bzw. von zuständigen PolitikerInnen, sondern wird wie auch so vieles großteils von der Kirche bestimmt.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Wie jetzt? In anderen Fächern machen die PolitikerInnen die Lehrpläne? Na dann, gute Nacht! Wenn ich mir so vorstelle, welche Lehrpläne man da in zehn Jahren Gehrer bekommen hätte können ... Handarbeiten, Handarbeiten, Handarbeiten ... obwohl man das eigentlich ja "Textiles Werken" nennt. Oder soll etwa der Finanzminister den Lehrplan für Rechnungswesen in der Handelsakademie erstellen - stell mir gerade vor, wie Grasser drei Semester für den Unterschied von Nutto und Bretto einplant! Vielleicht sollten sich die Herrschaften einmal darüber informieren, wo Lehrpläne generell gemacht werden! (Wenn sich die SPÖ nicht schon zu sehr für die aks geniert, dann schicken sie vielleicht eineN PolitikerIn aus der vierten Reihe oder eineN AngestellteN).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Der Mythos von der wertneutralen Ethik&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Den Rest verbringen die Betreiber der Propagandakampagne damit, althergebrachte Ideen zu ventilieren, die aus gutem Grund bislang keinen Erfolg hatten. Die erste ist die Idee vom wertneutralen Ethikunterricht. Ich will ja garnicht darauf herumhacken, dass Ethik schon allein von der Bedeutung des Wortes her nicht wertneutral ist, sondern schon eine Grundhaltung vorgibt. Aber die Vorstellung einer meinungslosen Lehrperson, die ohne eine eigene Präferenz verschiedene ethische Systeme unterrichtet, also mir würde als Schüler davor Angst und Bange werden, denn da ist reine Paukerei angesagt, denn Diskussion ist dabei von vornherein ausgeschlossen.&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(102, 102, 204);font-size:85%;" &gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Es gibt Länder, wie Frankreich zum Beispiel, da kommen die SchülerInnen auch ohne Religion in der Schule aus.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Ach ja, das Laizisten-Mekka Frankreich! Wie war das noch mit Jugendunruhen einer sinn- und perspektivenlosen Generation, die unter dem Verlust von Werten und Lebensinhalten zu leiden hat? Aber das ist ja Schnee von gestern, 2005 um genau zu sein, seither hat die harte Hand von Vater Staat die Unruhen soweit unter Kontrolle, dass sie es zumindest nicht mehr in die nationalen und internationalen Medien schaffen. Tolles Vorbild, wirklich!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Religionskritik&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Dann kommt Religionskritik dran: Wenn man einmal großzügig darüber hinweggeht, dass die einleitende Analyse ChristInnen und KatholikInnen verwechselt, dann hat man auch schon alle Neuigkeiten erfasst. Der Rest: Versatzstücke aus der Religionskritik des 19. Jahrhunderts, die aber nicht einmal auf den philosophischen Atheismus dieser Zeit eingehen. Dann der Hammer: Suren-Zitate aus dem Koran - sehr klug, denn Strache und Westenthaler hätten es nicht anders gemacht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Sonstiges&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Nach dem kürzesten Absatz, den ich je zum Thema Religionskritik geschrieben habe, wird der kommende Diskurs auch nicht gehaltvoller: Der Abschnitt über die Sexualität spult relativ lau die Pflichtpunkte in Sachen Sexualität und Kirche herunter (und das auch noch nicht einmal vollständig, aber: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Pst!&lt;/span&gt;).  Dann wird wiederum ein Bild von katholischen Privatschulen gezeichnet, das darauf schließen lässt, dass die VerfasserInnen diesen Schultyp nur aus zwei Quellen kennen können: Erstens vom Parkplatzsuchen in der Friesgasse und zweitens aus älteren Filmchen. In Sachen Kreationismus dürfte sich die Verfassertätigkeit auf die Tasten &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Strg&lt;/span&gt;, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;C&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;V&lt;/span&gt; beschränkt haben. Alleiniges Allheilmittel gegen den Kreationismus ist natürlich ein namentlich nicht erwähnter Dawkins (obwohl ich mir nicht sicher bin, ob ein gewisser "Dawin", der im Artikel genannt wird, jetzt ein falsch geschriebener Darwin oder ein falsch geschriebener Dawkins ist).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das völlig überraschungsfreie Polemisieren kann wohl kaum beunruhigen. Es zeigt einmal mehr, dass die Organisation, die behauptet, die Interessen der SchülerInnen vertreten zu wollen, keine Ahnung von Schule und Schulwesen hat. Schade eigentlich, denn dort wäre genug im Interesse der SchülerInnen zu tun, wenn man sich auskennen würde. Aber wir wollen ja nur polemiseren!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-952726134960073203?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/952726134960073203'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/952726134960073203'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/01/kirche-raus-aus-der-schule.html' title='Kirche raus aus der Schule'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-3098691176831925013</id><published>2009-01-21T17:50:00.003+01:00</published><updated>2009-01-21T18:16:36.799+01:00</updated><title type='text'>Autobus</title><content type='html'>In London hat der prominente Naturwissenschafter und angesehene Autor populärwissenschaftlicher Bücher Richard Dawkins zwei Zeilen auf einigen Linienbussen Londoner Verkehrsunternehmen platziert: "There is probably no God. Now stop worrying and enjoy your life." Damit ist der Atheismus (zumindest in seiner dawkinschen Ausprägung)  in seine missionarische Phase eingetreten und spätestens jetzt kann man nicht mehr leugnen, was ich schon seit Jahren behaupte: Atheismus ist keine Weltanschauung, keine Ideologie und keine wissenschaftliche Lebenseinstellung, sondern er ist nichts anderes als eine Religion. Zwar eine Null-Gott-Religion, aber eben doch eine Religion.&lt;br /&gt;Doch nun kann man sich nicht mehr auf Dawkins alleine ausreden, der ja für sein jüngstes Opus magnum "The God-Delusion" - zu deutsch: Der Gottes-Wahn - gerade von atheistischer Seite sehr viel Kritik einstecken musste, weil sein Fundamentalismus der Sache des Atheismus eher schadete als nutzte. Die Vereinigung der rationalistischen Atheisten und Agnostiker (unter ähnlichen Namen existieren in verschiedenen Ländern solche Vereinigungen) hat in Spanien bereits Buswerbungen bestellt und nun war Italien an der Reihe.&lt;br /&gt;Kaum Probleme gab es mit britischen Bussen, denn während die meisten Kirchenvertreter betreten grinsten und mit Kommentaren wie "Es ist alles zu begrüßen, was Gott zum Thema macht" Dawkins merklich den Spaß an der Sache nahmen, war es gerade einmal ein Busfahrer, der sich weigerte, mit diesem Ding zu fahren. Doch auf die Italiener ist Verlass! In Genua hat die Werbeagentur den Auftrag wieder zurückgelegt, nachdem es zahlreiche Proteste und Widerstände gab. Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Reaktion, die sich die Auftraggeber wünschten, und sie wären auch bis zum Äußersten gegangen und hätten die Kampagne in Rom auf die Buslinien in Vatikan-Nähe konzentrieren wollen! Alles nur für diese Reaktion - endlich schenkt auch den Atheisten wieder jemand Aufmerksamkeit, und die brauchen es ja am dringendsten, wo sie doch keinen Gott haben, der sie liebt, die Armen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-3098691176831925013?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3098691176831925013'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3098691176831925013'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/01/autobus.html' title='Autobus'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-158739829396344988</id><published>2009-01-20T20:16:00.002+01:00</published><updated>2009-01-20T22:03:34.347+01:00</updated><title type='text'>Oh-bah-maaa</title><content type='html'>Also ich weiß ja nicht, wie es meinem gezählten einen Leser geht oder meiner gezählten einen Leserin (unter uns, da hat sich offensichtlich jemand verklickt), aber ich fühle mich gerade vollkommen verunsichert.&lt;br /&gt;Nun, soll sein. Heute ist der 20. Jänner, der Tag, an dem das neue Jahr so richtig beginnt:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;der Winter kann zwar noch schlimm werden, aber kaum schlimmer als er schon war.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;die Naherwartung auf eine Erholungspause hin ist in Sicht und der Thermenausflug ist gebucht.&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;und Barack Hussein Obama ist Präsident der USA!&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Wie sagte einmal Volker Piespers: "Es geht nichts über ein einfaches Weltbild. Wenn man weiß, wer der Böse ist, dann hat der Tag Struktur." Und jetzt auf einmal ist ein Guter der Häuptling der Bösen, die Kräfte der Evangelikalen, die jetzt acht lange Jahre lang ihren Präsidenten hatten, sind unterlegen. Mal sehen, was die jetzt machen! Werden sie in einer gemäßigten Form neu erstarken und vielleicht zu einem interessanten Kooperationspartner für katholische ChristInnen? Oder werden sie in der Opposition radikalisiert und noch fundamentalistischer? Kommt vielleicht - wie zur Zeit Clintons - der gewaltbereite Flügel wieder auf? Man wird sehen und man wird wohl auch selbst sein Verhältnis zu den USA überdenken müssen - bislang war es mir persönlich durchaus einige Euro Wert, dieses Land zu "umfahren" oder besser gesagt daran vorbei zu fliegen.&lt;br /&gt;Nun lassen wir uns überraschen! Eine Wirtschaftskrise dieses Ausmaßes hätte vor einem knappen Jahrhundert wahrscheinlich innerhalb von einem halben Jahr zu einem Krieg irgendeiner Art geführt.&lt;br /&gt;Aber jetzt ist er Präsident ... der US-Präsident, dessen zweiter Vorname Hussein ist (hätte man das vor fünf Jahren jemanden erzählt, die Einweisung in die geschlossene Anstalt wäre einem sicher gewesen), der Farbige an der Spitze der Nation von weißen, christlichen Männern.&lt;br /&gt;Wir dürfen gespannt sein, was daraus wird:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;eine männliche Evita, Star und caritatives Zugpferd?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;ein neuer Martin-Luther King, der einen Traum hat?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;oder vielleicht ein farbiger Gorbatschow, der am eigenen Glasnost scheitern wird?&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Wir werden sehen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-158739829396344988?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/158739829396344988'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/158739829396344988'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/01/oh-bah-maaa.html' title='Oh-bah-maaa'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-3317927898202285114</id><published>2009-01-14T17:33:00.003+01:00</published><updated>2009-01-14T18:16:24.657+01:00</updated><title type='text'>Ein Gewissen zu haben ...</title><content type='html'>Erklären Sie einmal jemandem, was das Gewissen ist! Sie werden sich den Mund fusselig reden. Man sieht es nicht, man kann es nicht angreifen und kein Gerät kann es messen. Heutzutage, wo es zum guten Ton gehört, nur zu glauben, was man sieht (oder was man in der U-Bahn-Zeitung vorgegaukelt kriegt), ist das schon sehr, sehr schwierig!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Kirche haben wir mit dem Artikel 16 der Konstitution "Gaudium et spes" einen Anhaltspunkt dafür, wie wichtig das Gewissen ist. Es ist eine einflussreiche Größe, denn schließlich geht nichts über das Gewissen ... kein Papst, kein Bischof, kein Pfarrer und auch kein Kirchenrecht, kein Katechismus, kein Beichtspiegel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Gewissen gibt Orientierung, wie ein Kompass, und es dient dazu, gut und böse zu unterscheiden. Dazu allerdings ist es erforderlich, dass Gewissen auch zu bilden. Klar eigentlich, wenn es so wertvoll ist, dann muss man es ständig vermehren und verbessern. Das widerspricht nicht einmal unserer heutigen Denkart des "schneller-höher-weiter". Gewissensbildung als lebenslange Aufgabe ist also durchaus auch heute aktuell.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-3317927898202285114?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3317927898202285114'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/3317927898202285114'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/01/ein-gewissen-zu-haben.html' title='Ein Gewissen zu haben ...'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-7681817160070527973</id><published>2009-01-05T15:20:00.004+01:00</published><updated>2009-01-05T18:32:17.699+01:00</updated><title type='text'>Back to Biedermeier</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight: bold; font-style: italic;"&gt;Metternich und die DDR-Granden hätten ihre Freude mit den (un?)erwünschten Nebenwirkungen des Imports US-amerikanisch-puritanischer Ideologie nach Europa.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Die USA haben im vergangenen Jahr einen neuen Präsidenten gewählt, der bald - nur noch ein paar mal zeitversetzt schlafen - im Amt sein wird. Damit endet dort die mit der Wahl Ronald Reagans angebrochene Phase, die kulturgeschichtlich je nach Perspektive und intellektueller Durchdringungstiefe unter Namen wie &lt;span style="font-style: italic;"&gt;backlash&lt;/span&gt;, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Neokonservativismus &lt;/span&gt;oder &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Restauration &lt;/span&gt;firmiert. Und scheinbar gilt die alte Regel immer noch: jede Entwicklung aus den USA kommt irgendwann einmal nach Europa, meistens zehn Jahre verspätet und oft erst just dann, wenn sie in den USA endlich wieder überwunden ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt Menschen, die einen Lustgewinn daraus lukrieren, wenn sie darüber bestimmen können, was andere tun oder lassen sollen. Damit sind jetzt nicht beruflich Vorgesetzte gemeint, wo das zwar schon mal vorkommen mag, aber hoffentlich die Ausnahme ist. In den USA sind es meist angehörige christlich-religiöser Gruppierungen, die ihre Vorstellungen von Leben im Großen wie im Kleinen, im Ganzen wie im Einzelnen der Gesamtbevölkerung aufbürden wollen.&lt;br /&gt;Wahrscheinlich haben die angehörigen sich selbst gefragt, ob denn das wohl ginge, und so haben sie in den frühen 1980ern nach etwas Ausschau gehalten, das leicht diffamierbar, weit verbreitet und auf verschiedenen Ebenen angreifbar ist. So fanden Sie die RaucherInnen, die in fünfziger- und sechziger Jahren, besonders aber in den so verhassten Spätsechzigern zu einer nennenswerten Gruppe geworden waren. In den USA lief die Sache so gut, dass man sich in manchen Staaten schon sehr früh wieder nach anderen Opfern umsehen musste. In Arkansas, Kansas, Missouri, Oklahoma und Texas setzte man ein Gesetz durch, das Oralverkehr verbietet, in Nogales war es nach erfolgreicher Raucherbekämpfung so langweilig, dass man durch gesetzliche Regelungen Strumpfbänder und Hosenträger regulierte, in Kalifornien verbietet man es, Kinder am Überspringen einer Lacke zu hindern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ist man bei uns auch bald fertig mit den Rauchern: die Gesetze gibt es schon, die Umsetzung hapert noch ein bisschen. Aber da hilft der gute Bürger doch gerne nach: Wirte berichten in letzter Zeit vermehrt von Foto-Razzien militanter Nichtraucher, die als selbsternannte Sherrifs in Wild-West-Manier durch die Kneipen ziehen um dem Gesetz auch so richtig zum Durchbruch zu verhelfen.&lt;br /&gt;Damit ist die oberste Lust-Stufe der Kleingärtner erreicht: das Verpetzen oder Vernadern, wie die Wiener sagen würde: dem Metternichschen Spitzel gleich auf der Suche nach dem Bösen, nach etwas, das böse genug ist, um sich selbst daneben gut zu fühlen!&lt;br /&gt;Bislang konnte man nur lustvoll Verbotsschilder aufhängen (in den letzten Jahren wurden "Rauchen verboten"-Schilder an Orten aufgehängt, an denen man davor schon nicht auf die Idee gekommen wäre, zu rauchen - muss also auch etwas zur Befriedigung beigetragen haben), jetzt kann man quasi bis zum Äußersten gehen.&lt;br /&gt;Die Raucher inzwischen können schon mal die Luftströme der eigenen vier Wände testen um mit dem Feind im eigenen Bett Kompromisse zu finden ... und die Wirte sollten schnellstens prüfen, ob sie nicht einen Lieferservice anbieten wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ach ja, noch ein PS an die Generation MTV "ich rauche nicht, denn es gibt coolere Arten zu sterben" und so:&lt;br /&gt;Jetzt kommen die Bekleidungsvorschriften. Zwei Städte haben schon ein Verbot von weiten Hosen erlassen. &lt;a href="http://www.sackstark.info/?tag=delcambre"&gt;(link)&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-7681817160070527973?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/7681817160070527973'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/7681817160070527973'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2009/01/back-to-biedermeier.html' title='Back to Biedermeier'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-4086562918436318890</id><published>2008-12-31T18:00:00.002+01:00</published><updated>2008-12-31T18:49:44.184+01:00</updated><title type='text'>Zweitausendacht - mehr oder weniger.</title><content type='html'>Jahresrückblicke sind ein Dauerbrenner in allen Medien. Am Ende weiß man zwar nicht so recht, was es bringen soll, alle Ereignisse von Jänner bis Dezember noch einmal zusammenzufassen, aber eines bringt es den kritischen MedienkonsumentInnen sicherlich: die Auswahl der Ereignisse, die im Jahresrückblick Erwähnung finden, sagt oft mehr über ein Medium aus, als jede Medienanalyse das ganze Jahr über aussagen kann.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Mehr&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Österreich hat 2008 seinen zwölften Nachkriegs-Bundeskanzler bekommen (wenn man Staatskanzler Renner mitzählt), somit wäre hier einmal das Dutzend voll.&lt;br /&gt;Damit hat es auch einen Alt-Bundeskanzler mehr dazugewonnen, einen anderen allerdings verloren.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Weniger&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Die politische Landschaft Österreichs hat in diesem Jahr einige profilierte Gesichter verloren: Neben Wiens Altbürgermeister Helmut Zilk (er wird in den meisten Jahresrückblicken am Rande erwähnt) und Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (er nimmt in manchen Jahresrückblicken ein Drittel der Sendezeit ein) ist in diesem Jahr auch Alt-Bundeskanzler Fred Sinowatz verstorben - das findet schon nur mehr in den sehr umfangreichen Jahresrückblicken Erwähnung. Karl Sekanina entgeht den meisten Jahresrückblicken vollkommen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Mehr&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Einen Zuwachs brachte das Jahr 2008 für den Wortschatz der regionalen Wetterdienststellen. Orkan Paula hat dafür gesorgt, dass nicht nur Schulden, sondern auch Wetterphänomene aus der Karibik hier heimisch werden. Der Januar ist wieder viel zu warm, der Sommer gleicht das ganze für den Jahresdurchschnitt aber aus.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Weniger&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Geld ist vor allem gegen Jahresende das Thema Nummer 1 - die Immobilien-, Banken-, Finanz- und Wirtschaftskrise beherrschte das Jahr 2008 schon lange bevor wir es tatsächlich bemerkt haben. Noch bis in den Spätherbst hinein musste man sich als linke Bazille titulieren lassen, wenn man darauf hinwies, wie Investment-Banker und Analysten mit dem Geld anderer Spekulationsgeschäfte machten. Wer das sagte, galt als realitätsfremd und fortschrittsfeindlich. Der phillipinische Bischof Dinualdo Gutierrez etwa wurde in manchen ach so katholischen Medien auf das wüsteste beschimpft, weil er die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln verurteilte und die Kirchenstrafe der Exkommunikation dafür in Erwägung zog.&lt;br /&gt;Jetzt sehen wir das ganz anders.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Mehr&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Jetzt, wo unser Geld stetig an Wert verliert und die meisten Regierungen sich noch daran bedienen, um die durch Spekulationsverluste in die Krise geratenen Banken zu retten, haben wir wenigstens ein bisschen an Erkenntnis dazugewonnen: Das neoliberale Heuschreckensystem kann nicht dauerhaft ökonomische Grundlage der Gesellschaft sein. Der Preis für diese Erkenntnis ist hoch, und man hätte es sicherlich billiger haben können, wenn nicht breite Teile der Bevölkerungen in den Industrienationen den Dogmen und der Propaganda des Neoliberalismus unreflektiert glauben geschenkt hätten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-4086562918436318890?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/4086562918436318890'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/4086562918436318890'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2008/12/zweitausendacht-mehr-oder-weniger.html' title='Zweitausendacht - mehr oder weniger.'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-1849725415659955089</id><published>2008-12-21T21:48:00.002+01:00</published><updated>2008-12-21T22:25:12.398+01:00</updated><title type='text'>2,66: Die kinderfreundlichen Kirchgänger</title><content type='html'>Wieder einmal hat Erzbischof Schönborn einen Medienauftritt genutzt, um die sicherlich unterstützenswerte Forderung nach einer kinderfreundlicheren Gesellschaft zu propagieren. Diesmal bemühte er eine Statistik, die Prof. Zulehner vorgelegt haben soll, wonach die Geburtenrate bei "Sonntagsmessbesuchern" (ich nehme an, er meinte &lt;span style="font-style: italic;"&gt;-innen&lt;/span&gt;) um einiges höher liegt als im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung: 2,66 zu 1,4.&lt;br /&gt;Eine schöne Statistik, allerdings sagt sie wiederum nicht das aus, was vorgegeben wird: Die BesucherInnen der Sonntagsgottesdienste sind bei Weitem nicht kinderfreundlicher als der Bevölkerungsdurchschnitt, auch wenn sie statistisch fast doppelt so viele Kinder zur Welt bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Helmut Schüller hat es neulich in einem Interview für die Sendung "Orientierung" angesprochen: Das Problem wäre nicht, dass es zu wenige Kinder gebe, man habe oft eher das Problem, wo die kleinen während des Gottesdienstes so überall sind. Bis zu diesem Punkt scheint der Kardinal mit Hilfe der Statistik gefolgt zu sein, doch nun wäre der nächste Gedankenschritt notwendig: Kinderfreundliche Kirchgänger!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kinderfreundlichkeit, und das sollte sich einmal bis in die Wollzeile durchsprechen, erkennt man nicht an der statistischen Anzahl von Geburten sondern an der Art und Weise, wie eine Gesellschaft Kindern und deren Eltern gegenübertritt.&lt;br /&gt;In seltenen Fällen findet man wirklich kinderfreundliche Pfarrgemeinden, in denen Kinder im Sonntagsgottesdienst einen Platz haben, ohne von den anderen als Störung empfunden zu werden. Manche lösen das kreativ, indem sie einen solchen Raum schaffen. Andere wiederum scheinen keine Lösung zu suchen und können bestenfalls einen Kinder- oder Familiengottesdienst - oft nur einen pro Monat - anbieten. In diesem Gottesdienst sind Kinder dann willkommen (bisweilen sogar mehr, als ihnen lieb ist). Den Rest der Zeit haben sie gefälligst ruhig zu sein, sich unauffällig zu verhalten, am besten so, dass die anderen KirchgängerInnen garnicht merken, dass Kinder anwesend sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe noch im Ohr, als ein Kaplan während eines Sonntagsgottesdienstes durch das Mikrophon eine Mutter aufforderte, sie möge der Messe doch von der Sakristei aus folgen, weil das schreiende Kind störte.&lt;br /&gt;Ich erinnere mich noch an die bösen Blicke aus den vorderen Reihen, als die Tochter einer Bekannten just während der ach so heiligen Wandlungsworte sich lautstark erkundigte, wieso der Mann da vorne ein Kleid anhabe.&lt;br /&gt;Von bissigen Bemerkungen älterer Glaubensgeschwister über Kinder, die sich während des Gottesdienstes von ihrem Platz in der Bank wegbewegten, könnte ich seitenweise berichten.&lt;br /&gt;Kinder stören die Andacht, lärmen und rennen herum, und die Eltern haben heutzutage überhaupt die Erziehung nicht mehr im Griff, weil bei uns damals hätte es das nicht gegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist es nicht, was ich mir unter einer kinderfreundlichen MessbesucherInnenschaft vorstelle!&lt;br /&gt;Wenn wir irgendwann die Zeichen der Zeit verstanden haben werden und den Forderungen unseres Bischofs nachkommend nicht mehr monatlich einmal einen Familiengottesdienst anbieten, sondern bei Bedarf einmal monatlich einen familienfreien Gottesdienst, bei dem keine Kinder die Andacht stören, dann reden wir weiter über kinderfreundliche MessbesucherInnen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-1849725415659955089?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1849725415659955089'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1849725415659955089'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2008/12/266-die-kinderfreundlichen-kirchgnger.html' title='2,66: Die kinderfreundlichen Kirchgänger'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-1602399626161994744</id><published>2008-12-12T23:23:00.004+01:00</published><updated>2009-01-02T20:31:57.191+01:00</updated><title type='text'>Lesezeichen</title><content type='html'>Unter der URL &lt;a href="http://relireg-lesezeichen.blogspot.com/"&gt;relireg-lesezeichen.blogspot.com&lt;/a&gt; habe ich begonnen, kurze Berichte über die Bücher einzustellen, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Folgende Berichte finden sich derzeit schon dort:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Stefan Aulbach: Spiritualität schafft Befreiung. Der Entwurf christlicher Existenz bei Juan Luis Segundo.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Klaus-Peter Hufer: Argumentationstraining gegen Stammtischparolen. Materialien und Anleitungen für Bildungsarbeit und Selbstlernen.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Uwe Birnstein: Wenn Gottes Wort zur Waffe wird.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Alister McGrath: Der Atheismus-Wahn. Eine Antwort auf Richard Dawkins und den atheistischen Fundamentalismus.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Auf meiner Leseliste befinden sich aktuell noch ein paar Bücher zu diesem Thema:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Eckhard J. Schnabel: Sind Evangelikale Fundamentalisten?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Michael Hochgeschwender: Amerikanische Religion.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-1602399626161994744?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1602399626161994744'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1602399626161994744'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2008/12/lesezeichen.html' title='Lesezeichen'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-2340740131700939125</id><published>2008-12-07T17:27:00.006+01:00</published><updated>2008-12-21T23:01:25.584+01:00</updated><title type='text'>Auf der Suche nach einem Weihnachtstext</title><content type='html'>Die Suche nach einem Weihnachtstext für eine Feier eines Vereins in dörflichen Strukturen stellte sich als große Herausforderung dar: Die paar Texte, die ein wenig kritische Gedanken enthalten und trotzdem nicht in gefühllosen Zynismus münden, sind alle schon so abgedroschen, dass sie auch schon zum Standard gehören.&lt;br /&gt;So kommt es, dass ich mehr geschrieben als gesucht habe.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Grundwissen Weihnachten A-Z&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;A wie Advent:&lt;/span&gt; Mit Advent bezeichnet der Durchschnittsösterreicher die durchschnittlich vierwöchige Vorweihnachtszeit, zu der überdurchschnittlich viel Glühwein und Punsch konsumiert wird, überdurchschnittlich lange Öffnungszeiten im Handel angeboten werden und überdurchschnittlich viel Strom zur Beleuchtung von Einkaufstraßen verbraucht wird.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;B wie Bratwürstel:&lt;/span&gt; Eine Variante des üblichen Weihnachtsessens. Je nach wirtschaftlicher Stellung auch durch Karpfen oder Gans ersetzbar.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;C wie Christkind:&lt;/span&gt; Das ursprünglich vom Christus-Kind abgeleitete Wort Christkind bezeichnet heute eine Figur, von der gegenüber Kindern behauptet wird, sie bringe die Weihnachtsgeschenke. Das Christkind hat sich aber auch unter Erwachsenen durchaus bewährt, so kann man die Schuld für in falscher Größe gekaufte Kleidungsstücke (besonders bei Unterwäsche) leicht abschieben.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;D wie Datteln:&lt;/span&gt; Zutat zum berühmten Kletzenbrot. Erinnert als letzter Bestandteil unseres Weihnachtsfestes noch an den Ort der Ereignisse, die Grund für das Fest sind, den Nahen Osten.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;E wie Einkaufen:&lt;/span&gt; Eigentlich ganzjährig und nicht nur bei einem Geschlecht beliebte Tätigkeit, für die Weihnachten einen optimalen Vorwand bietet.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;F wie Faschingskrapfen:&lt;/span&gt; Mehlspeise, die in dieser Liste noch nichts verloren hat!&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;G wie Gaudete:&lt;/span&gt; Weithin unbekannter Fachbegriff für den 3. Adventsonntag, an dem die Vorfreude auf das Weihnachtsfest besonders groß sein soll. Unter Angestellten des Einzelhandels meist auf die Tage nach Weihnachten verschoben, wie alles andere auch, das mit Freude zu tun hat.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;H wie Heiliger Abend:&lt;/span&gt; Höhepunkt des volkstümlichen Weihnachtsgeschehens, in den meisten europäischen Ländern auch die Nacht mit den meisten Feuerwehr- und Rettungseinsätzen (obwohl Silvester und Halloween aufholen).  So nebenbei feiern Christen auch noch die Geburt Jesu.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;J wie Jahresendflügelfigur:&lt;/span&gt; Verzweifelter Versuch von Atheisten, Begriffe für Weihnachtsengel zu erfinden. Wirklich erfunden hat diesen Begriff aber ein Satire-Magazin, denn den DDR-Granden fehlte es offenbar an Kreativität.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;K wie Kerzen:&lt;/span&gt; Kerzen sind das einzige, was man in der Weihnachtszeit anzünden sollte! Adventkränze und Christbäume tragen zu diesem Zweck Kerzen, damit sie nicht selbst angezündet werden müssen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;L wie Licht ins Dunkel:&lt;/span&gt;  Hervorragende Möglichkeit, um über Weihnachten ein ganzes Fernsehprogramm lahm zu legen. In der österreichischen Bevölkerung seit jeher beliebt, weil man einmal die Gelegenheit hat, seinen Namen im Fernsehen zu lesen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;O wie Ostern.&lt;/span&gt; Das Fest, ohne das Weihnachten zu einer Geburtstags-Party verkommen würde.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;P wie Punsch:&lt;/span&gt; Beliebtes Getränk auf dem Christkindl-Markt, dessen Wirkung über die unwirtlichen Temperaturen hinwegtäuscht.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Q wie Quasteln:&lt;/span&gt; Rundlicher Ziergegenstand an weihnachtlichen Kopfbedeckungen. Der vermutlich aus den USA kommende Brauch, knallrote Mützen mit weißem Rand und weißen Quasteln in der Weihnachtszeit zu tragen, soll wahrscheinlich zur Verwirrung beitragen und die Unterscheidbarkeit von Weihnachten und Fasching verringern.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;R wie Reisig:&lt;/span&gt; Hauptbestandteil eines Adventkranzes, dessen Entzündlichkeit mit der Dauer des Advents zunimmt.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;S wie Spekulatius:&lt;/span&gt; Nicht zu verwechseln mit Spekulant, das ist die Bezeichnung für einen Börsemakler, der dafür verantwortlich ist, dass Weihnachten heuer etwas bescheidener ausfallen muss!&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;T wie Turmblasen:&lt;/span&gt; Ländlicher Weihnachtsbrauch, bei dem sich eine Gruppe von BlechblasinstrumentalistInnen vom Kirchturm aus den Grund für den nächsten Krankenstand holt. &lt;span style="font-size:85%;"&gt;(Warnhinweis: Versuchen Sie niemals, einer Gruppe von städtischen Pubertierenden diesen Weihnachtsbrauch nahe zu bringen! Glauben Sie mir, das geht nicht!)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;U wie Umtausch:&lt;/span&gt; Vom Einzelhandel gebotene Möglichkeit, Weihnachtsgeschenke wieder los zu werden und gegen etwas Nützliches einzutauschen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;W wie Weiße Weihnachten:&lt;/span&gt; Kindheitserinnerung älterer MitbürgerInnen aus der Zeit vor dem Klimawandel, als auch noch in nicht-alpinen Lagen Schnee fiel.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Z wie Zuckerschock:&lt;/span&gt; Unangenehme Folge des weihnachtlichen Überangebotes an Süßwaren.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Ein Kind wurde geboren? … &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;„Ein Kind wurde geboren? …  ohne Sozialversicherungsnummer? Sowas geht nicht! Es braucht Dokumente, aber schnell!&lt;br /&gt;„Ein Kind wurde geboren? … Wie? Vaterschaft unklar! A so eine ist das! Sowas sehn wir hier gar nicht gern.“&lt;br /&gt;„Ein Kind wurde geboren? … Wie? Eine Asylantin? Ohne festen Wohnsitz? Also das ist doch wirklich nicht zum ertragen.“&lt;br /&gt;„Ein Kind wurde geboren? … Nackt? Also die Jugend heutzutage. Ein schicker Strampelanzug muss her.“&lt;br /&gt;„Ein Kind wurde geboren? … Arm? Ohne Girokonto und Profit-Fonds? Welch eine Freude! Hier unsere aktuellen Angebote von Bausparen bis Hedge-Fonds.“&lt;br /&gt;„Ein Kind wurde geboren? … im Stall? Das ist ja unhygienisch. Es braucht sterile Windeln, und das schnell.“&lt;br /&gt;„Ein Kind wurde geboren? … und es hat noch kein Handy, keinen i-pod, keine Spielkonsole? – Was sind denn das für Eltern, also wirklich!“&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-2340740131700939125?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2340740131700939125'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/2340740131700939125'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2008/12/auf-der-suche-nach-einem-weihnachtstext.html' title='Auf der Suche nach einem Weihnachtstext'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-8856236962631151314</id><published>2008-12-07T12:28:00.005+01:00</published><updated>2008-12-08T18:21:09.997+01:00</updated><title type='text'>Freundschaft beenden, Meldungen ungelesen machen und Wetter ändern</title><content type='html'>Als ewiger Student ist mir der Verzeichnisdienst studivz ein Begriff. Wie bei den meisten, die sich neu für diesen Dienst registrieren, habe ich mich auch gehörig über die neue Wortschöpfung "&lt;span style="font-style: italic;"&gt;gruscheln&lt;/span&gt;" gewundert, die dem Vernehmen nach eine Mischung aus "grüßen" und "kuscheln" sein soll. Der erste Gedanke meinerseits war soetwas wie "gruseln mit s-Fehler".&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Ich mach Schluss!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Gruselig kam mir dann auch eine andere Funktion vor: Wer sich eine stattliche Freundschaftsliste angelegt hat, erhält bei jedem angeklickten Profil eines Freundes gleich automatisch den Link mitgeliefert: "&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Freundschaft beenden&lt;/span&gt;".&lt;br /&gt;Gut, so bleibt es wenigstens nicht nur der Jugend vorbehalten, ihre Beziehungen per sms zu beenden, wieder aufzunehmen, wieder zu beenden ...&lt;br /&gt;Ein bisschen komisch mutet es schon an, wenn einerseits das Wort &lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Freundschaft&lt;/span&gt;&lt;/span&gt; bemüht wird, andererseits aber ein Mausklick genügt, um diese zu beenden. Ist das Freundschaft? Was ist überhaupt Freundschaft? Und die typische Lehrer-Frage: Schaffen wir es heute eigentlich noch, in der Erziehung zu vermitteln, was Freundschaft eigentlich bedeuten sollte?&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;ungelesen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Der Gedanke, dass dieser Blog bis dato vermutlich nur von den Leuten gelesen wird, die ich hie und da um Feedback und Kommentare bitte (meinen FreundInnen also), hat etwas Beruhigendes an sich. Vielleicht wollten die Betreiber von Netlog auch derart beruhigen, als sie die Funktion "&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Meldungen ungelesen machen&lt;/span&gt;" einbauten. Von einer Kollegin eingeladen, ihr dortiges Profil anzusehen, habe ich alles Mögliche entdeckt und inzwischen selbst ein Profil dort. Das Profil der Kollegin habe ich noch immer nicht gefunden. Dafür habe ich herausgefunden, dass Netlog über Fähigkeiten verfügt, die ich bisher nur von diesem kleinen Kästchen bei "&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Men In Black&lt;/span&gt;" kannte: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Meldungen ungelesen machen&lt;/span&gt;. Dankbar für diese neue Möglichkeit habe ich gleich einen Link zu Bastian Sicks "&lt;a href="http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,k-4872,00.html"&gt;Zwiebelfischchen&lt;/a&gt;" gesetzt.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Große Karpfenarche&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Eine traurige Entdeckung musste ich dann machen: die Homepage des Hotels La Perla in Rimini wurde überarbeitet. Die deutschsprachige Version dieser Internetseite war wirklich eine Fundgrube für interessante Sprachschöpfungen, Übersetzungsfehler und andere Doppeldeutigkeiten. Wo sonst fand man ein Hotel, bei dem "eine lange Stange 24 Stunden geöffnet" hat und das Wäscheservice direkt am Zimmer arbeitet. Aja, und nicht zu vergessen: das Hotel verfügte über eine "&lt;span style="font-style: italic;"&gt;große Karpfenarche&lt;/span&gt;" - gerade in der Vorweihnachtszeit doch etwas sehr Nützliches. Herauszufinden, was tatsächlich damit gemeint war, das kostete einige Zeit. Und Zeit ist kostbar.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Wetter ändern&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Ein wahrer Zeitfresser hat sich diesen Herbst in mein Leben gedrängt: der MSN Messenger, dessen Funktionen zu durchschauen mir bis dato noch nicht gelungen ist. Wie so vieles in der virtuellen Welt hat auch dieses Programm ungeahnte Fähigkeiten, die mich völlig überrascht haben:&lt;br /&gt;Nicht nur, dass er einem das Wetter anzeigt, nein, damit gibt sich Bill Gates nicht zufrieden: Gleich daneben wird noch ein Link angebracht, der dem vielsagenden Text "&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ändern&lt;/span&gt;" unterlegt ist. Schwerstens toll, dachte ich mir, und hab draufgeklickt, um die Temperatur gleich einmal von 3 auf 30 Grad raufzudrehen.&lt;br /&gt;Das Wetter würde ich gerne des Öfteren ändern können, aber leider entzieht sich das dem Zugriff aller Menschen, auch Bill Gates wird mit all seinen Milliarden hier keine Ausnahme bilden. Und das ... ist gut so!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-8856236962631151314?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/8856236962631151314'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/8856236962631151314'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2008/12/freundschaft-beenden-meldungen.html' title='Freundschaft beenden, Meldungen ungelesen machen und Wetter ändern'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-7877798134228077383</id><published>2008-12-04T12:28:00.006+01:00</published><updated>2008-12-04T14:26:37.321+01:00</updated><title type='text'>Adventgedanken - knapp vor Halbzeit</title><content type='html'>Einige Tage vor dem 2. Adventsonntag ist von der vorweihnachtlichen Stimmung noch wenig bis garnichts zu bemerken. Da werden Fluglinien verscherbelt und Pillendiskussionen geführt - weihnachtliche Stimmung verbreitet niemand.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Adventmärkte&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Erster Einwand: Es gibt doch so viele Adventmärkte. Stimmt, die Adventmärkte haben einen Zulauf, der - wie fast alles - von Jahr zu Jahr wächst. Und Adventmärkte haben auch eine ganz besondere Stimmung: Leute, die sonst meist unter Kontaktscheue leiden (also ganz normale Mitteleuropäer, zum Beispiel), drängen sich zwischen den Ständen und zwängen sich aneinander vorbei, dass jedes Huhn seine Legebatterie als unendliche Weite empfinden würde, könnte es das sehen. Aber Hühner in Legebatterien gibt es ja - der heilbringenden EU sei dank - inzwischen nicht mehr. Dafür dürfen unsere Eier jetzt von Freilandhühnern gelegt werden und jeder vernünftig denkende Mensch kann sich vorstellen, wogegen man diese alles impfen muss.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Impfung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Neben den alljährlichen Weihnachtsmärkten sind auch die alljährlichen Infektionskrankheiten fixer Bestandteil des Advent. Wir dürfen uns davon überraschen lassen, welche Viren uns für den Rest des Winters noch beschäftigen werden. Ein Virus scheint die meisten Menschen heute garnicht mehr zu beschäftigen: HI - Human Immundeficiency. Der Welt-Aids-Tag ist den meisten Medien nur mehr eine Fußnote in den Nachrichten wert gewesen und wer nicht gerade Arte laufen hatte, als er seine Fernbedienung verlegte, hat vermutlich kaum etwas davon mitbekommen: Sinkendes Problembewusstsein und die Illusion, man könne ja inzwischen ohnehin ganz gut mit dem Virus leben, führen dazu, dass die Neuinfektionen steigen. Und die Medikamente bleiben immer noch denen Vorbehalten, die sich die Lizenzgebühren leisten können.&lt;br /&gt;Die Lizenzen etwa für afrikanische Länder freizugeben wäre schon eine Lösung, aber das kann man doch der Pharma-Industrie nicht zumuten, nur wegen ein paar ... &lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Zynismus&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Nein, nicht zynisch werden - ist ja Advent! Ab Stefani gehts dann wieder. Ist es nicht das, was einen braven Katholiken ausmacht? Am Beginn des Winters besinnlich sein, Kekse essen und in friedlicher Stimmung bleiben, auch wenn noch so viele Kardinäle versuchen, zu provozieren. Am Ende des Winters fasten, auch wenn der Körper noch so sehr nach Energie verlangt. Und zum Zynisch-Sein ist irgendwo im Jahreskreis noch Zeit! Der wahre Zynismus aber wartet nicht und er ist auch nicht in irgendwelchen schnippischen, frechen Aussagen in Gesprächen oder Texten - der wahre Zynismus ist im Handeln, der wird in die Tat umgesetzt. Die Medikamente, die zu teuer sind für die, die sie brauchen würden - die sind der wahre Zynismus. Die Milliarden für Banken aus den Geldern der Steuerzahler - die sind der wahre Zynismus.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Fazit&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Wir brauchen keinen zynismusfreien Raum für unsere Sprache, wir brauchen eine zynismusfrei Politik und eine zynismusfreie Wirtschaft.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-7877798134228077383?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/7877798134228077383'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/7877798134228077383'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2008/12/adventgedanken-knapp-vor-halbzeit.html' title='Adventgedanken - knapp vor Halbzeit'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-5552517169303520507</id><published>2008-11-30T19:48:00.007+01:00</published><updated>2008-12-01T17:59:46.410+01:00</updated><title type='text'>Humanae Vitae - Pillendiskussion die 4899.</title><content type='html'>Kardinal Schönborn hielt im März eine Predigt in Jerusalem und resümierte, Europa habe in den letzten 40 Jahren drei Mal "Nein" zum Leben gesagt.&lt;br /&gt;Jedes dieser drei "Nein" würde eine Diskussion verdienen, doch bei zweien sprechen gute Gründe dagegen: In der Debatte um die Homosexualität steht die Formulierung "Nein zum Leben" auf verlorenem Posten, denn kein Verfechter dieser Meinung konnte bisher schlüssig erklären, worauf die Annahme gründet, dass Homosexuelle massenhaft Kinder in die Welt setzen würden, wären sie nur nicht homosexuell. Die Abtreibungsproblematik diskutiert man ohnehin ungern, denn jede Meinungsäußerung dazu ist eine zu viel - insbesondere, wenn man eine Meinung vertritt, die sich mit keiner der Extrempositionen deckt: damit macht man sich zum Feind beider Lager und das kann gefährlich werden.&lt;br /&gt;So muss das dritte "Nein" herhalten, um den Kardinal wieder einmal ins Rampenlicht einer Debatte zu zerren.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Humanae Vitae&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Selten gab es eine Enzyklika, die eine Wirkung hatte wie &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Humanae Vitae&lt;/span&gt;: vom Ausmaß her überwältigend, von der Art her aber alles andere als positiv. Während Kommissionen noch an der Umsetzung des Konzils arbeiteten, hat die Entscheidung für diesen Text die Arbeit zum Teil schon wieder zunichte gemacht, bevor sie abgeschlossen war. Dabei hätte es einen anderen Text gegeben, der von der Vorbereitungskommission nach jahrelangen Arbeiten erstellt worden war. Das ist schon Grund genug, um über den Text alles andere als erfreut zu sein. Die mediale Aufregung, durch Statements von Hardlinern noch angeheizt, tat das Übrige, um die Kirche gesellschaftspolitisch im Abseits zu parken.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Mariatroster Erklärung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;30 Bischofskonferenzen haben Erklärungen abgegeben, die - so wird es meist dargestellt - die Enzyklika abschwächen würden. Im Grunde taten die Erklärungen in den meisten Fällen aber nur eines: sie boten eine Übersetzung Vatikanisch-Volkssprache.&lt;br /&gt;In einem Interview hat Franz Kardinal König, damals Vorsitzender der Bischofskonferenz, von einem Gespräch mit Paul VI. erzählt, bei dem dieser wenig Verständnis für die Aufregung rund um HV zeigte, weil doch die medizinische Anwendung der Pille ohnehin nicht verboten sei. &lt;br /&gt;Damit ist deutlich, dass inhaltlich die Mariatroster Erklärung kaum mehr ist als die Übersetzung typisch kirchenhierarchischer Denkung in volkssprachliche Direktheit: das Gewissen der Eheleute ist die höchste Instanz in dieser Frage.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Sündige Bischöfe?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Wenn das Stichwort "Gewissen" fällt, sollte man immer Gaudium et spes mithören. So kommt man nun zum theologischen Problem hinter der Mariatroster Erklärung: der Frage nach der Autorität des Gewissens und der Autorität des kirchlichen Lehramtes. Oberflächlich betrachtet könnte man überspitzt formulieren: Es geht hier um ein Match II. Vatikanum gegen I. Vatikanum. Dabei möchte wahrscheinlich kein Theologe Schiedsrichter sein, denn einen solchen Widerspruch zwischen zwei kirchlichen Lehren darf es doch nicht geben: Es gibt ja keine neue dogmatische Lehre, sondern eigentlich immer nur die Auslegung, Festschreibung, Bekräftigung und Wiederholung alter Lehren. Damit kommen wir bis hier her und nicht weiter.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Gewissen gestrichen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Wer Diskussionen um solche Fragen in den Medien verfolgt, bekommt den Eindruck, dass das Gewissen schon längst wieder aus der Dogmatik gestrichen wurde, oder besser: die lehramtlichen Texte buchstabieren dem Gewissen vor, zu welchen Entscheidungen es zu kommen hat, um nicht als "irrendes Gewissen" gebrandmarkt zu werden.&lt;br /&gt;Sieht man auf diese Texte, so lassen die einen oft ratlos zurück: die theologischen Argumentationen sind nicht zwingend, vielmehr werden biblische Einzelverse steinbruchartig als Beleg für partikuläre Meinungen herangezogen und manch ein Dokument kann schon einmal den Eindruck vermitteln, es würden mehr Parolen skandiert als Argumentationslinien erklärt.&lt;br /&gt;Zudem haben Formulierungen wie in &lt;span style="font-style:italic;"&gt;HV&lt;/span&gt;15 (Zulassung der Pille zum medizinischen Gebrauch, wenn die verhütende Wirkung nicht Ziel der Einnahme ist) in lehramtlichen Texten Schule gemacht: Im Bereich lebensethischer Fragen gibt es kaum eine Enzyklika, die nicht ein derartiges Schlupfloch enthält. (&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Donum vitae&lt;/span&gt; mag hier vielleicht als Ausnahme gelten.) Solche Formulierungen sind in zweierlei Hinsicht interessant: zum Einen, da sie inhaltlich den Vorbehalt der Letztentscheidung des Gewissens doch noch ernst zu nehmen scheinen, zum Anderen, da sie auch bei noch so entschiedener Formulierung einen Spalt offen lassen, offensichtlich für findige TheologInnen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Fad, fad, fad, fad &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Damit sind alle möglichen Fragen angerissen und in gutkirchlicher Manier das eigentliche Thema unbesprochen: Das "Nein" zum Leben durch die Erklärung "sündiger Bischöfe" in Mariatrost.&lt;br /&gt;Warum? - Weil die Kirche-und-Verhütung-Diskussionen schon zu langweilig geworden sind, um ihnen noch Artikel zu widmen! Weil es kein "Nein" zum Leben gibt, sondern nur ein "Ja" zum Gewissen! Weil wir Leben nicht mit negativen, ablehnenden Strategien fördern können,  sondern nur durch positive, die christliche Werte fördern statt durch Verbote erzwingen wollen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-5552517169303520507?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/5552517169303520507'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/5552517169303520507'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2008/11/humanae-vitae-pillendiskussion-die-4899.html' title='Humanae Vitae - Pillendiskussion die 4899.'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3716080429752254764.post-1046931914080681797</id><published>2008-11-27T20:55:00.001+01:00</published><updated>2008-11-27T21:14:51.348+01:00</updated><title type='text'>Na dann probier ichs auch mal - Herzlich willkommen!</title><content type='html'>Nun wage ich mich in die Welt der Blogger und heiße alle herzlich auf meinem gerade erst entstandenen Blog willkommen, wer auch immer es sei: StudienkollegInnen, ArbeitskollegInnen, Bekannte, Verwandte, SchülerInnen, alle, die einfach nach irgendetwas gegoogelt haben und sich hier her verirrten und selbstverständlich auch die wachsamen Augen der kirchlichen Schulbehörde.&lt;br /&gt;Ich weiß noch nicht, was es wird.&lt;br /&gt;Möglich, dass es eine virtuelle Selbstreflexion wird, kann gut sein, dass einfach eine Ansammlung von Gedanken zum Tag und zum Tagesgeschehen entsteht, gut möglich, dass Links oder Tipps zu Unterrichtsmaterialien hier verlinkt oder hochgeladen werden, falls das 1. technisch möglich ist und 2. ich diese technischen Möglichkeiten auch anwenden lerne.&lt;br /&gt;Ich lasse mich überraschen und wer auch immer das liest, hat die Möglichkeit, das auch zu tun.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3716080429752254764-1046931914080681797?l=relireg.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1046931914080681797'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3716080429752254764/posts/default/1046931914080681797'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://relireg.blogspot.com/2008/11/na-dann-probier-ichs-auch-mal-herzlich.html' title='Na dann probier ichs auch mal - Herzlich willkommen!'/><author><name>Rr</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='30' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_i8tjXl7Mi0I/TEq9QFsUhjI/AAAAAAAAABg/hIkREE6Q3NE/S220/profilbild.jpg'/></author></entry></feed>
